THE LEGENDS – Facts and Figures


Jag älskar svensk musik! – Atmosfär som en digital kryssning.



Was 2003 als 9-Mann-Projekt mit experimentellem Charakter begann, hat sich nicht nur hinsichtlich der Besetzung gewandelt. Derzeit bestehen THE LEGENDS im Wesentlichen aus JOHAN ANGERGÅRD, dem musikalischen Multitalent und Chef von Labrador Records. Unter anderem machte JOHAN bereits durch sein Wirken bei den ACID HOUSE KINGS und CLUB 8 auf sich aufmerksam.
Musikalisch gehen THE LEGENDS mit Facts and Figures ebenfalls neue Wege. Der Weg weg vom gitarrenlastigen Indiepop hin zu elektronischen Beats, Samples und Sequenzerklängen hat sich bereits beim Vorgängeralbum Public Radio angedeutet.

Auf Facts and Figures fischen THE LEGENDS „immer hart am 80er-Kitsch und dem Klischee einer glamourösen Dance-Ästhetik, die keine Disco mag,“ und „wildern“ „u.a. augenzwinkernd in teutonischer Perfektion à la Kraftwerk und DAF und der Naivität von Euro Dance.“(Zitat Presseinfo). Dieses Selbstverständnis findet auch im Artwork der Platte seinen Ausdruck, das arg an 80er Designs Marke DAF und co. erinnert. Nebenbei enthält das Booklet so etwas wie eine persönliche „Best of“-Liste von JOHAN, in der er für jedes Jahr von 1974 bis 2006 musikalische Hörempfehlungen gibt. Diese Liste liest sich wie eine musikalische Sozialisationsgeschichte, von Kraftwerk über Ramones, The Cure, New Order hin zu den Pet Shop Boys und My Bloody Valentine. Am Ende der Liste, also für das Jahr 2006, steht natürlich das eigene Album. Ob man dieser Empfehlung folgen sollte?

THE LEGENDS präsentieren auf Facts and Figures minimalistisch orientierten Elektropop. Dabei versprüht der Sound in weiten Teilen den geliebt-gehassten C64 Charme. An sich ein Phänomen, dass man gerade in schwedischen Clubs, wie dem 80’s (www.hairspray.nu) in Stockholm, häufiger mal um die Ohren gehauen bekommt. So hört man der Scheibe deutlich ihre schwedische Herkunft an. Auch wenn das vielleicht oberflächlich klingt, beschreibt es eigentlich nur eine gewisse in Skandinavien vorhandene Affinität für minimalistischen Elektropop.

Mit dem ersten Ton von Facts and Figures taucht der Zuhörer in Audiosphären ein, die einen merklich in eine eigene Welt entführen. JOHAN ANGERGÅRD schafft es eindeutig, ein Gefühl von Wärme, Weite, Nähe und Geborgenheit zugleich zu transportieren, was bei diesem Instrumentarium an sich schon eine Meisterleistung ist. Besonders gelungene Beispiele hierfür sind die Titel ‚Heart‘ und ‚Closer‘. Auch inhaltich beweisen THE LEGENDS Tiefgang. So rechnet beispielsweise der Titel ‚Discos Suck‘ mit der Diskogesellschaft ab. Neben mehr oder weniger elektroiden Melodien und Samples besticht der Hall-lastige Säuselgesang von JOHAN. In Teilen fühlt man sich dadurch wirklich in die 80er zurückversetzt und würde den musikalischen Ausflug am liebsten mt den Eurythmics oder Pet Shop Boys fortsetzen.

Im Gesamtbild ein sehr gelungenes musikalisches Experiment, dass mehr als einfaches „Reinhören“ wert ist. Also eine digitale Kreuzfahrt der Extraklasse.

När kommer dom till Berlin?

THE LEGENDS
Facts and Figures
(Labrador Records/Broken Silence)
VÖ: 06.11.2006

[URL“>http://www.myspace.com/heknowsthesun
[URL“>http://www.labrador.se/press/legends.php3

Autor: [EMAIL=christoph.albrecht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Christoph Albrecht[/EMAIL]

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