THE MACHINE performs Pink Floyd am 02.11.2005 in der Arena Treptow

[B]Es ist der Spirit dieser zeitlosen Musik, die dieses Konzert besuchenswert machten.[/B]

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[BLOCK]Klar, Coverband hin und her. Es ist natürlich nicht annähernd zu vergleichen mit dem Original, schon gar nicht, wenn es sich dabei um Pink Floyd handelt. Und trotzdem war es ein schöner Abend mit perfektem Liedgut.

THE MACHINE luden also in die bestuhlte Arena Treptow und ich war schon überrascht, wie viele Leute die Eintrittspreise von über 30 € auf sich genommen hatten, um eine Coverband zu sehen. Man kann nur erahnen, was dieselben Leute für das Original hingeblättert hätten, mich eingeschlossen.

THE MACHINE hatten auf jeden Fall auch gut Equipment aufgefahren, angefangen bei einer hervorragenden Headliner-mäßigen Licht- und Laser-Show bis hin zum ebenso brillanten Sound. Die erste Hälfte des Sets war eine gekonnte Darbietung des 1976 erschienenen und meistens unterschätzten Pink Floyd Albums [I]Animals[/I]. Und es stimmt, der Gitarrist und Sänger klingt wirklich wie Roger Waters, wahrscheinlich auch, weil die Australier einen ähnlich Britischen Akzent an den Tag legen. Er hat sich den gemeinen „Gesang“ Waters‘ sehr authentisch angeeignet. Vom weiten sah er wiederum aus wie eine Mischung des frühen und des späten David Gilmours: wobei sein Haarschnitt eher Anfang der 70er seinen Ursprung hat, und die Figur des späten, alten Gilmours, etwa in der aktuellen Live8 Phase datiert ist. Aus der Nähe allerdings sah das natürlich anders aus.

Das [I]Animals[/I] Album wurde mit samt dem fliegenden rosa Schwein hervorragend interpretiert. Und zum Glück werden die Ur-Väter des psychedelischen Prog-Rock nicht um jeden Preis imitiert. Das würde auch ziemlich in die Hose gehen. Bei einer AC/DC Cover-Band würde es vielleicht schon eher Sinn machen, hier wurde darauf aber gänzlich verzichtet.

Bevor ich weiter zu den positiven Seiten des Konzertes vordringe, seien noch schnell die negativen erwähnt. Bei einer Pink Floyd Coverband darf der Keyboarder auf gar keinen Fall mit so einem handlichen Umhänge-Synthi Marke Modern Talking und Nena rumhantieren. Voll daneben! Und bei ‚Wish You Were Here‘ sollte man die Gitarren-Figuren im Zwischenteil auch nicht durch ein Saxofon ersetzen, auch wenn das Pink Floyd in den 80ern selbst gemacht haben. Finde ich nicht so prickelnd. Aber jetzt zu den positiven Teilen.

Als die zweite Hälfte mit einer Viertelstunde ‚Shine On You Crazy Diamond‘ beginnt, muss ich gestehen, dass ich eine Träne im Knopfloch hatte. Allein, als der Gitarrist zu dem legendären Anfangsriff ansetzt gibt es Beifallsbekundungen, mir läuft es kalt den Rücken runter und meine Augen werden tatsächlich ein wenig glasig. Es folgt ein wahres „Best of Set“: ‚Interstellar Overdrive‘, das unglaubliche ‚One Of These Days‘ meiner Lieblingscheibe [I]Meddle[/I] und dann der Song zur Band ‚Welcome To The Machine‘ in einer schier unfassbaren Version, dass man nur noch grinsend da stehen kann. Sogar von [I]The Final Cut[/I] und [I]The Piper At The Gates Of Dawn[/I], die mir leider nicht so geläufig sind, wird was gespielt. Der Gitarrist ist sehr fit und zaubert nahezu perfekt nach, was einst auf Vinyl gepresst wurde.

Die unlösbare Aufgabe, einer der größten Bands, die die Musikgeschichte je erlebt hat, einer Band, die noch Visionen hatte, einer Band, die alles zuvor Dagewesene auf den Kopf stellen sollte, deren Alben ihre Fans als etwas Heiliges ansehen, die Aufgabe, genau diesen Fans alles recht zu machen, nun, die ist selbstverständlich nicht lösbar. Das geht nun wirklich nicht. Aber das wird auch nicht ihr Anspruch sein und der der Fans sicher auch nicht. Dass die Band auf Zuruf Songwünsche erfüllt, wurde leider nicht eingehalten, aber eigentlich wurden eh alle Dürste gestillt. Und so waren alle glücklich, die Musik ihrer Helden aufleben zu lassen. Sogar die 23 Minuten-Odyssee ‚Echoes‘ wird in den Treptower Orbit geschossen und THE MACHINE nehmen sich auch ihre Zeit zum jammen.

Als die Kassengeräusche ‚Money‘ von [I]Dark Side Of The Moon[/I] ankündigen und als schließlich ‚Us And Them‘ vom gleichen 1973 veröffentlichten Meisterwerk angespielt wird, bin ich einfach nur noch dankbar. Die Zugabe, was hätte es anderes sein können, die ‚Another Brick In The Wall‘-Trilogie und als letztes dann ‚Good Bye Cruel World‘.
„Good Bye, Good Bye, Good Bye.“[/BLOCK]

[LEFT]Autor: [EMAIL=marceese@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]marceese[/EMAIL][/LEFT]

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