THE THERMALS am 10.08. 2004 im Knaack

Euphorisch-punkiger Indierock der Extraklasse: Schweißtreibender Gig von der Band der Stunde…

Trotz tagelang anhaltender Hitzewelle waren sie alle gekommen, um auch bei nicht unbedingt einladenden Temperaturen die Band aus Portland, Oregon, im Knaack zu feiern, die ja mit ihrem aktuellen Album Fuckin‘ A auch schon für ziemliche Furore gesorgt hat.
So sollten sich später infolge dieser selten erlebten, subtropisch anmutenden Club-Temperaturen diejenigen glücklich schätzen, die noch Klamotten zum Wechseln dabei hatten oder zumindest nicht völlig klatschnass den Heimweg per Fahrrad antreten mussten, rann einem doch während dieses ohnehin extrem heißen und explosiven Auftritts der Protagonisten die Soße in selten erlebtem Ausmaß den Körper hinunter.

Wer das fulminante, im Mai diesen Jahres veröffentlichte Album Fuckin‘ A bereits seit längerem zu seiner Lieblingsplatte erkoren hatte, hoffte natürlich, dass die Band um Sänger/Gitarrist HUTCH HARRIS auch live diesen unerhörten Vibe und die schier unbändige Energie der Studioproduktion auf die Bühne transportieren bzw. noch vervielfältigen würde.
Die feucht-stickige Atmosphäre tat ihr Übriges, doch auch ohne diese äußeren Umstände hätten die THERMALS den Club zum (Über-) Kochen gebracht, legten sie doch äußerst furios und in bester Punk-Manier mit meist fließenden Übergängen sowie gelegentlichen 1,2,3,4-Shouts mit ihren straighten, basslastigen und dann und wann mit Gitarren-Feedback-Sprengseln versehenen Songs ihres aktuellen Albums los, die natürlich gerade für Livegigs prädestiniert sind und einfach eine euphorische Stimmung entfachen können.

Sichtlich überrascht und natürlich begeistert von der Fülle des Clubs präsentierten die drei Musiker ihren energetischen und hoch explosiven Indierock mit Punk-Wurzeln (irgendwo zwischen RAMONES, PIXIES und SOCIAL DISTORTION) zwar relativ nüchtern und ohne viel Brimborium – Frontmann HARRIS beschränkte sich dabei auf seltene Danksagungen und knappe Song-Ankündigungen -, doch wurde vor allem auch live deutlich, was die einstmals als Spaß- und Freizeitprojekt gegründete Band mittlerweile von anderen zahlreichen Bands dieses Genres unterscheidet: Die THERMALS haben einfach sagenhafte Melodien und einen Sänger, der auch live mit seinen eindringlichen und ausdrucksstarken Vocals den Songs zusätzlich zum qualitativ hochwertigen Songwriting die nötige Würze verleiht.

So ließen sie also im unregelmäßigen Wechsel die Songs ihrer bislang veröffentlichten beiden Alben auf die dampfende und ekstatische Meute los, spielten nahezu sämtliche Stücke von Fuckin‘ A (von denen die unglaublich catchy Indie-Kracher ‚Our Trip‘, ‚How We Know‘ und ‚End To Begin‘ noch herausstachen) und kündigten am Ende des regulären Sets statt des üblichen Zugabe-Geplänkels eine kurze Pause und dann noch fünf weitere und damit die letzten Songs an. Ein wirklich begeisternder und heißer Gig von der Band der Stunde, was nun wirklich nicht nur an den Temperaturen lag.

http://www.thethermals.com

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