TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS – Mojo


Die Jeansweste passt nicht mehr.



Peter Gabriel hat es geschafft. Papa mochte ihn damals. Wir mögen ihn jetzt, weil er Epen aus unseren Lieblingsliedern macht und mit Hot Chip kollaboriert. Das fetzt. Warum also nicht anderen Helden unserer Eltern eine Chance geben, quasi generationsübergreifend cool zu sein? Wir gucken mal.

TOM PETTY ist auch so ein Kandidat. ‚Into the Great Wide Open‘ mussten wir im Musikunterricht singen, ‚Learning to Fly‘ haben wir dann mit 16 heimlich gesungen, als wir dachten, wir werden jetzt voll erwachsen. Und zu ‚American Girl‘ haben wir vielleicht auch schon mal geknutscht. Alles Klassiker, die kennt man, die mag man manchmal sogar.

Wenn man die „Solo-Alben“ (also die ohne die Heartbreakers) dazuzählt, erscheint jetzt nach achtjähriger Pause das 15. TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS-Album. Es heißt Mojo. Die Generation zwischen 20-30 wird da wohl zuerst mal an Austin Powers denken, aber das kann uns wohl keiner verübeln. Wahrscheinlich soll es aber für die immer noch lodernde Manneskraft der Musiker stehen, für ihren Drang zur Musik. Und laut Presseinfo ist das „richtig klasse Rock, teils riffig, teils bluesig“.

Stimmt. Exakt. Aber das ist nicht unbedingt was Gutes. Jedenfalls nicht, wenn man nicht so alt ist, wie der Künstler selbst (59). Es ist eben so, dass die echten Musiker aus den 70ern, die noch Gitarre spielen können und Lieder schreiben, genau dies auch machen. Und nicht damit aufhören. Bei den meisten verändert sich irgendwann auch nichts mehr.

Müssen sie auch nicht unbedingt, sie haben sich ihren Platz verdient, die Erlaubnis, eben nur noch solche beliebigen Alben zu machen. Sicherlich technisch wertvoll. Doch die Hooklines sind nicht da. Lediglich ‚Running Man’s Bible‘ erinnert ein bisschen an große Hits. Das lockt aber niemanden hinter’m Ofen vor. Nicht mal Papa. Na ja, wir haben es versucht.

TOM PETTY AND THE HEARTBREAKERS
Mojo
(Reprise Records/ Warner)
VÖ: 11.06.2010

www.tompetty.com
www.myspace.com/tompetty
www.warnermusic.de

Autor: [EMAIL=melanie.gollin@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Melanie Gollin[/EMAIL]

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