WASHINGTON – A New Order Rising


Endlich! Es regnet. Das richtige Ambiente, die Platte von WASHINGTON zu besprechen.



Was ich am Regen mag, ist, dass er von außen immer sehr viel schlimmer aussieht, als wenn man drin steht. Mit Problemen ist dies das genaue Gegenteil: von außen wirken sie immer lapidarer, als wenn man sich in Ihnen aalen muss bzw. will.

Bei WASHINGTON hat man das Gefühl, sie haben nicht nur ein paar davon, sondern sehnen diese in Schaaren herbei, was sich klar wie Tau eines grauen Morgens in der musikalischen Mischung aus herzerwärmenden Gitarren- und Pedal-Steel-Klängen, schwelgenden Keyboards und bittersüßem Gesang hektoliterweise über uns ergießt.

Als hätten RADIOHEAD, COLDPLAY, MUSE (wenn’s ruhig wird) und BECK (‚Sea Change‘) einen kleinen Bastard gezeugt, den sie wegen seines zu großen Herzens in den Keller sperrten und dessen einzige Sicht aus einem kleinen vergittertem Fenster, auf die stetig herabfallen Regentropfen des aufgeweichten Hinterhofes gewesen wäre.

Vielleicht liegt die ganze Trostlosigkeit auch daran, dass WASHINGTON aus einem Kaff nördlich des Polarkreises, wo es über die Hälfte des Jahres kalt und dunkel ist, herkommen. Dennoch erinnert WASHINGTON stetig an seine unehelichen Väter, schafft es aber permanent nicht all zu sehr auf seinem erblich Gut herumzureiten, sondern erschaffen mit ihrer Musik genau das Ambiente, dass sie hinterlassen wollen.

Schwermut, Magie und Melancholie – und das alles kann wunderschön und rettend sein, wenn es regent und alle die man mag, in solchen Momenten um sich hat.

WASHINGTON
A New Order Rising
(Glitterhouse/ Indigo)
VÖ: 27.06.2005

www.glitterhouse.de
www.washington.no

Autor: [EMAIL=mirco.erbe@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Mirco Erbe[/EMAIL]

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