
Was schon wieder WILLOW? Erst im Februar hat die amerikanische Sängerin mit Petal Rock Black ein kurzes, aber faszinierendes Klangexperiment losgelassen, in dem sie ihre Ansätze für Progressive Pop und Nujazz-Rock fortführte. Es kann als Vorlauf für The Thread angesehen werden, das genau daran anschließt, wie auch das Titelstück zeigt. Producer ist Chris Greatti.
Zunächst muss aber über den Opener „She’s My Religion“ gesprochen werden, einen direkten Anschluss an „Holy Mystery“: Hoher, konzentrierter Gesang, Percussions und Akustikgitarre verklären eine Liebe. Diese Verehrung sollte nicht mit Willows Privatreligion verwechselt werden, einem Krishna-Hinduismus. Vielmehr will Willow die Liebe leben, als Lebensphilosophie quasi.
In „Unconditional“ erklärt sie der Partnerin mit einem cleveren Progressive Pop: „I wanna be a part of your family. I wanna laugh and drink whiskey with your mother.“ Diese Flatterhaftigkeit als Hausfreundin soll aber nicht Lieblosigkeit bedeuten: „You can go left or right. You can flee and try to fight. But I’ll be right here, loving you anyway.“ Willow hat ihren speziellen Gesang perfektioniert und Frauenchöre sind hier fast überall zu finden.
Selbst der Indiepop hat nicht völlig ausgedient, wird aber in „Talk On The Hill“ in Willows Konzept eingebunden. Dafür steht ihr auch MEI SEMONES in „Crush On Eternity“ zur Seite. Als Künstlerinnen fühlen sich die Damen verbunden.
Für R’n’B-Fans gibt es „Shink To Fantasy“ auf die Ohren. Urban klingt das Ganze, liebevoll und ehrlich. So betont die mal wieder verlassene Willow ihre Polyamorie: „Love with just one flame? The truth does have many faces. Adrift in your mind as I spoke: Ancient language, no Rosetta Stone.“ Jepp, das kann und will nicht jede/r verstehen, wenn man sich nicht auf eine/n festlegen kann oder will.
Selbst 80s-Pop kriegt Willow mit „The Present Moment“ hin. Da ist jemand lucky, machen zu können, was immer sie will. Und sie belohnt fürs zuhören, mit erstklassiger Mucke.
Willow
The Thread
(Three Six Zero/Gamma)
VÖ: 24.07.2026