
YUNGBLUD legt einen drauf. Das Album Idols vom letzten Jahr war nicht wirklich gut und enthielt bereits einen zweiten Teil des Titelstücks. Die Platte verarbeitete eine Sinnkrise mit uninspiriertem Poprock. Nun schiebt der Herr noch eine EP aus sieben Titeln nach. Das komplette Idols kann man in den kommenden Monaten erwerben.
„I Need You“ startet verhalten mit Keyboard, Akustikgitarre und Mundharmonika eine weitere Popballade, in dem der Künstler zwar über ein Gegenüber singt, aber offenkundig die eigene Stimmung formuliert. Wieder werden pathetische Streicher dazugesetzt. So funktioniert auch der zweite Teil von „War“. Hier wird es auch wieder religiös: „Up all night, lying awake, dream of you, talking to God – Melancholic kind of confession.“
Yungblud ist einer jener postmodernen Künstler, die permanent sich selbst thematisieren und als Identifikationsfläche anbieten: Mal rüpeliger Lad (The Postman“) und dann wieder verletzlicher Softie („Time“). Da kommt immer wieder die Frage auf, ob es hinter diesen Masken denn ein Original gibt.
Das Highlight ist natürlich das Feature „Zombie“ mit den SMASHING PUMPKINS. Es ist eine noch besser gelungene Version der Rockballade vom ersten Teil, nicht mehr, nicht weniger. Yungblud hat den Punk endgültig hinter sich gelassen und will jetzt ein ehemals geachteter Popsänger sein, sowas wie ROBBIE WILLIAMS. War Teil 1 eine Stilsuche, scheint sie jetzt beendet.
YUNGBLUD
Idols II
(Locomotion Recordings/Capitol)
VÖ: 20.02.2026