A-HA – Analogue


Ein Phänomen der 80er stellt sich mühelos der Gegenwart.



Dann oute ich mich mal: 1985 war ich zwölf Jahre alt und unsterblich in MORTEN HARKET verknallt. Meine Unterarme zierten die gleichen Lederarmbänder wie sie der 1959 in Kongsberg geborene Norweger damals trug und meine Kinderzimmerwände waren mit Bravo-Postern, Starschnitten und dergleichen behangen. Das 1985 erschienene Debutalbum erschien mir als Meilenstein der Popmusik, die Singleauskopplungen wie ‚Take On Me‘, ‚The Sun Always Shines On TV‘ und ‚Hunting High And Low‘ hörte ich rauf und runter. Die Liebe verblasste irgendwie, irgendwann, und dennoch blieben A-HA eine Band, deren Schaffen ich bis zum heutigen Tag mit zumindestens einem Auge und Ohr verfolgte. Vielleicht liegt es an den unerfüllten Teenagerprojektionen, mit Sicherheit aber auch daran, dass A-HA in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie nicht nur schmissige Popnummern schreiben können sondern ebenso zu rockigen, melancholisch-hymnischen Songs fähig sind.

Genug der Vorrede, denn die Gegenwart der erfolgreichsten norwegischen Band ist viel zu lebendig als um im pubertären Vergangenheitsgeplänkel herumzustochern.

Analogue ist das achte Studioalbum von MORTEN HARKET (voc), PAUL WAAKTAAR-SAVOY (guit) und MAGNE FURUHOLMEN (keys) und ist in allen Belangen ein kompaktes, organisches und durchaus spannendes Pop-Album geworden.

Schon die erste Single ‚Celice‘ erregte auch aufgrund eines bemerkenswerten Videos, aufgenommen in einem Berliner Bordell unter Zuhilfenahme einer speziellen Kamera auf wäremempfindlichen Film, die Gemüter bei manchen Programmverantwortlichen. In erster Linie ist der Opener jedoch eine fesche Uptempo-Nummer mit leichten Retro-Anleihen aber dunklem Text. Ein Unterfangen, mit dem A-HA bereist 1986 mit dem Hit ‚I’ve Been Losing You‘ erfolgreich antraten. Wirken die ersten beiden Stücke ‚Celice‘ und ‚Don’t Do Me Any Favours‘ noch etwas bombastig, wird im Laufe des Albums überflüssiger Pattex abgelegt. Das Ergebnis sind kleine und große Songperlen, die bei jedem weiteren Hördurchgang mehr und mehr zu leuchten beginnen. Lupenreine Arrangements wie bei ‚Birthright‘, ‚Halfway Trough The Tour‘ oder ‚Keeper Of The Flame‘, gespickt mit abwechselnd synthetischen oder akustischen Sounds zeigen, dass FURUHOLMEN und WAAKTAAR-SAVOY fantastische Songschreiber sind. Die Interpretation durch HARKETs warme, hin und wieder ins Falsett abdriftende Stimme ist zu jeder Zeit ein Genuss.

Analogue ist der Beweis, warum A-HA als eine der wenigen Bands ihren Ruhm aus den 80ern in das neue Jahrtausend mitnehmen konnten. Gediegenes, nahezu pefektes Songwriting in Kombination mit der richtigen Portion Pop, Melancholie und Ernsthaftigkeit gestandener Musiker, die zum Gück an ihrem Image einer ‚Boygroup wider Willen‘ nicht zerbrochen sondern mehr als gewachsen sind.

A-HA
Analogue
(Universal)
VÖ: 04.11.2005

A-HA spielen live am 20.11.05 in der Arena Treptow.

www.a-ha.com

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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