ABSOLUTE BODY CONTROL – Never Seen (EP)


Wie klingt Analog?



Das belgische Duo DIRK IVENS und ERIC VAN WONTERGHEM meldet sich nach einer Reihe erfolggekrönter Live-Auftritte nun auch auf dem internationalen Plattenmarkt mit frischem Output aus dem Analogsynthesizer zurück.

Es handelt sich um fünf durchweg neue Titel in Form einer EP namens Never Seen. Ungeachtet der fast fünfzehnjährigen Schaffenspause, nur unterbrochen durch das eine oder andere Re-Release, demonstrieren die Beiden wieder eindrucksvoll wie analoge elektronische Musik polarisieren kann. In diesem besonderen Fall birgt der Oldschool-Stempel keineswegs den bitteren Beigeschmack von ach-das-kommt-mir-aber-bekannt-vor-Eindrücken, sondern den Fakt, dass es sich hier um Künstler der ersten Stunde dieses Genres handelt.

Schon der gleichnamige Opener ‚Never Seen‘ hinterlässt den Eindruck, der Track bestehe aus minimalistischen vier Spuren gespeist durch original 80er Jahre Equipment wie dem TB-303 Step-Sequenzer und TR-808 Rhythm Composer. So klinken sich Snare-Drums begleitet von Claps auf den Rhythmus des wabernden Sequenzers stimmungsvoll ein, eine glasklare Synthiemelodie ertönt und tänzelt hin und her wie ein Schmetterling zwischen Gartenblumen. Dirks Gesang, eher im Hintergrund, dumpf und leicht verrauscht ermahnt den Hörer vor sich selbst und das menschliche Begehren nach Mehr… Der Sukzessor scheint dieses düstere Thema auch gleich wieder aufzugreifen, diesmal mit etwas Up-Tempo, wohlwollend den Protagonisten ‚Into The Light‘ zu retten.

Fabelhaft instrumental umgesetzt wird auch der Abschlusstitel ‚Follow Me‘ mit anfänglich schön sphärischen Klängen, bis dann ganz unverhofft der nahezu sägende analoge Tonerzeuger in tiefer Tonhöhe einsetzt, gejagt durch die inzwischen schon bekannten Hihats und die sanfte Bassdrum.
Darüber hinaus ist noch zu sagen, dass man hier tatsächlich vier unveröffentlichte Tracks und nur einen Remix von The Horrorist vorfinden wird, welcher auch anstandslos der Soundstruktur dieses Kurzspieldatenträgers entspricht. Was die Anzahl der Remixe angeht – auch nicht alltäglich, wo es doch gegenwärtig auf einer Maxi meistens einen Titel in zwöfeinhalb Variationen zu finden gibt.

ABSOLUTE BODY CONTROL erfüllen mit dieser Veröffentlichung definitiv den sehnlichsten Wunsch des einen oder anderen elektromusikalischen Liebhabers, etwas Neues aus Anfangszeiten zu hören, als die Jungs noch in die Tasten gehauen und an den Oszillatoren gedreht haben. Also: Reinhören und Kaufen!

ABSOLUTE BODY CONTROL
Never Seen (EP)
(Daft Records)
VÖ: 21.03.2008

www.dirkivens.com
www.myspace.com/absolutebodycontrolbelgium

Autor: [EMAIL=ivo.dimitrov@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Ivo Dimitrov[/EMAIL]

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