AI PHOENIX – I’ve Been Gone – Letter One

Introvertierter Folkpop, der an amerikanische Bands wie MAZZY STAR oder YO LA TENGO erinnert, jedoch nordischen Gefilden entstammt…

I’ve Been Gone – Letter One ist bereits das vierte Album der Folkpop-Melancholiker aus dem norwegischen Bergen, das sich im Vergleich zu den Vorgängern geringfügig zugänglicher und frischer präsentiert.

Der Einstieg in das Album mit dem Opener ‚Somewhere Nice And All‘ und dem folgenden ‚A Country Life In The Autumn‘ setzt zunächst allerdings auf gewohnt reduzierten, zeitlupenartigen Songwriter-Folk, der erst im weiteren Verlauf des Albums mit seinen von Sängerin MONA MØRK und Gitarrist PATRICK LUNDBERG meist zweistimmig gehaltenen Songs auch mal in im Ansatz rockige Gefilde vorstößt (‚Call Me In, Piccard’/ ‚Autobahn‘) und die vorherrschende Lagerfeuer-Romantik dann schon mal mit verzerrten Gitarren um einige spannende Nuancen erweitert.
Doch auch die ruhigeren, spartanischen Songs bestechen größtenteils durch tolle Melodien und einer gehörigen Portion träumerischer Melancholie (besonders schön: ‚The Last Resort‘).

Insgesamt überzeugen AI PHOENIX auf ihrem neuen Album mit einem zwar gelegentlich etwas schleppenden, aber stets melodiösen und immer melancholischen (Slow-) Folk, den sie allerdings auch so manches Mal über die übliche Instrumentierung hinaus mit Saxophon- und Tamburin-Parts oder einem überraschend wilden Harmonika-Fade-out (‚Small, Red, Heartshaped Pillow‘) anreichern.

Auch wenn es abgedroschen klingt: I’ve Been Gone – Letter One benötigt zwar mehrere Anläufe, wächst dabei aber mit jedem Hören und dürfte für Liebhaber von Bands wie YO LA TENGO, MAZZY STAR oder den WALKABOUTS eine absolut lohnende (Neu-) Entdeckung darstellen.

AI PHOENIX
I’ve Been Gone – Letter One
(Glitterhouse/ Indigo)
veröffentlicht

AI PHOENIX spielen am 07.03.04 im KingKongKlub.

http://www.glitterhouse.com

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