AK4711 – Berliner Act des Monats August 2005


Was Frauen ihr (angeblich) liebstes Kleidungsstück, ist Männern ihr alleiniges musikalisches Terrain? Das war gestern. Heute ist AK4711!



Nicht nur der Name AK4711 erschien in vergangenen Wochen vermehrt auf den Line-Up-Plakaten diverser Umland-Festivals, sondern auch die AK4711-Single ‚Rock‘
wird seit geraumer Zeit von den hiesigen Radio-Stationen gespielt.

Grund genug für BIB, die Berliner Rock-Band AK4711 mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Rock – Frauen – Frauenrock?

Nun ist das Phänomen des deutschen Gitarren-Pop-Rock aus Berlin ja nichts Neues, könnte man meinen und sich gelangweilt abwenden – doch stopp! Ein Novum hat diese Band an sich: Es sind allesamt Frauen!

Kerstin, Caro, Anja und Cindy gründeten mit AK4711 ein fast einmaliges Projekt in der Bundesrepublik, wo reine Frauenbands fernab vom Popöchen-Wackeln und „so-tun-als-ob-man-Rockerin-ist“-Getue so selten sind wie Chefredakteurinnen bei Musikmagazinen. Rocken war nämlich in jeder Hinsicht noch immer eine Männerdomäne. Doch diese Zeiten (meine Herren!) sind jetzt vorbei!

„Rocken liegt Frauen auf jeden Fall genauso im Blut wie Männern.“, so Kerstin von AK4711. Sie mutmaßt: „Das Ungleichgewicht dürfte daher kommen, dass es in der Vergangenheit noch nicht so selbstverständlich für Mädchen war, z.B. zur E-Gitarre zu greifen. Das war eher ein Instrument für coole Jungs. Das hat sich im Laufe der Zeit total verändert und Rockmusik ist nicht mehr hauptsächlich ein Männer-Ding.“

Die Zeit war also nahezu überreif für die Initialzündung von AK4711. Der treibende Kern dabei war Anja: „Ich bin vor ca. 1 ½ Jahren der Texterin und Journalistin Arezu bei einem Songwriter-Meeting begegnet. Ich schnappte mir die Gitarre und unsere Gespräche wurden zu Songs. Die Songs waren schnell, frisch und energiegeladen, die Texte zwischen Poesie und Parolen. Es fühlte sich so an, als ob es eine Frauenband sein sollte.“

„Durch einige Zufälle sind wir uns begegnet worden.“

Also machte sich Anja auf die Suche nach den passenden musikalischen Gegenstücken, die sie in Caro, Cindy und Kerstin entdeckte: „Tatsächlich war es gar nicht so schwer, einander zu finden.“, sagt Anja. „Durch einige Zufälle sind wir uns begegnet worden.“ Das sieht der Rest der Mädels ebenso: „Bei uns sprang der Funke sofort über.“, so Caro. Das Bandgefühl beschreibt Cindy folgendermaßen: „Zwischen uns ist Magie. Es ist das Gefühl, von dem jeder träumt, wenn er eine Band gründen will.“



Na wenn das nicht die perfekten Voraussetzungen für eine Spitzen-Zusammenarbeit sind? Man hatte sich also gefunden, kreative Ideen waren zu Hauf’ vorhanden – stellt sich nur noch die Frage nach einem einprägsamen Bandnamen. Die Assoziation zu einem bekannten süßlich-aufdringlichen Frauenduft ist dabei ausdrücklich erwünscht. „Wir lieben das Kontrastreiche, die Ironie und die Kombination von Dingen, die eigentlich nicht zusammen passen.“, meint Cindy. Kerstin ergänzt: „Unsere Musik ist schnell und laut, die Texte markant bis süßlich und wir riechen gut – zumindest meistens.“

Am 1.8. erscheint ‚Rock‘ als Single bei GRÖNLAND RECORDS, mit der AK4711 unsere „Republik be-ROCK-en“ (Caro) möchten. Das Album wird gerade in diesen Tagen in London aufgenommen. Deutsch-Rock in England? Darauf Cindy: „Wir wollen den deutschen Musikmarkt mit einem neuen Sound erfrischen und hatten daher die Idee, das Album im Ausland zu produzieren. Als GRÖNLAND dann den GANG OF FOUR-Musiker ANDY GILL als Produzenten vorschlug, hatten wir den passenden gefunden.“

Auf diesen neuen Sound dürfen wir also gespannt sein und müssen auch gar nicht mehr so lange darauf warten. Das Album erscheint laut Schlagzeugerin Caro wahrscheinlich im November. „Bis zum Herbst spielen wir noch einige Festivals und produzieren parallel noch das Album zu Ende. Die Tour zum Album wird im November/Dezember 2005 stattfinden. Alle Termine gibt’s unter www.ak4711.de.“

BIB dankt den Mädels von AK4711 für dieses nette Email-Interview!

AK4711
Rock
(Grönland Records)
VÖ: 01.08.2005

www.ak4711.de
www.groenland.com

Foto © Nela König

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