Akira The Don – Meaningwave Masterpieces

DJ AKIRA THE DON aka LETITIA S. JONES aus Los Angeles ist ein Star der Lofi-Szene. Angefangen in den 2000ern als Neorapper hat er sich ins Genre Lofi-HipHop begeben. Doch wo andere bei nostalgischen Beats stehen bleiben, mixt er seit ein paar Jahren auch Beiträge von großen Influencern ein. Das Ergebnis nennt er „Meaningwave“ und stellt im vorliegenden Best-of die Stücke vor, die er wohl für am Gelungensten hält.

Das Intro „How I Made Meaningwave“ ist eine Zusammenfassung von, wie könnte es anders sein, seiner absoluten Favoriten-Zitatquelle, dem konservativen Psychologen Jordan Peterson. Stolz lässt Akira ihn seinen Musikstil zu R’n’B-Pop vorstellen. Peterson hat mit „Sleeping Beauty“ einen weiteren Auftritt als Märchenerzähler von Dornröschen. Während er zu Gitarre auftritt, wird Akiras anderer Liebling, der Religionsphilosoph Alan Watts mit klassischem Lofi-HipHop präsentiert („Time“, „Beware Of Virtue“, „The Highest Virtue“). Watts, der in den 1960ern fernöstliche Religionen bei den Hippies verbreitete, ist nicht nur bei Akira beliebt. Auch die TripHopper HÆLOS („Intro/Spectrum“), viele Psytrance-Producer oder der Rapper LOGIC („The Incredible True Story“) samplen den Mystiker. Selbst im Metalbereich finden sich Anknüpfungen wie bei den ARCHITECTS („Memento Mori“) oder DOLVEN („Exhale“).

Am 19. April unterlag Peterson dem slovenischen Philosophen Slavoj Žižek in einer Art Wettstreit. Er stellte sich als philosophisch vollkommen unbedarft heraus, indem er den von ihm angeblich bekämpften „Marxismus“ offensichtlich gar nicht kannte. So war er überrascht, einem viel größeren Political Correctness-Kritiker gegenüber zu stehen, als er es selber ist. Žižek greift in seinen Schriften beide Fehlentwicklungen der 68er an: die linksliberalen PC-Postmodernen und die konservativen Esoteriker (siehe Watts oder Rupert Spira in „I Had To Become Like You“). Beides seien Versuche, das alte linke Unbehagen im Kapitalismus zu unterdrücken und sich letztlich darin einzurichten.

Spannend gestalten sich dagegen die Vaporwave-Verarbeitungen des US-Schriftstellers Charles Bukowski („Born For This“, „Born Like This“). Außerdem kommen Unternehmer und Militärs zu Wort. Den Abschluss bildet eine Emopop-Version des Comic-Autorengotts Stan Lee („The Sort Of Story That I Myself Would Enjoy Reading“). Dass diesem sexuelle Belästigung von ehemaligen Kolleginnen vorgeworfen wurde, passt zum Eindruck, den der antifeministische Youtuber Peterson offenbar bei Akira hinterlassen hat.

 

Akira The Don
Meaningwave Masterpieces
(Selbstvertrieb)
VÖ: 31.05.19

www.akirathedon.com

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