ALANIS MORISSETTE – The Collection


Künstlerische Sinnkrise, Ausverkauf oder Zwischenbilanz?



„It’s that time of year again when the shelves of Woolies are rammed with washed-up has-beens packaging their life’s works for the Xmas schmaltz-fest. The most disappointing thing about The ‚Best‘ Of Alanis Morissette is that when you open the case there is a CD in there at all. At times – for example, on every track from ‚Thank You‘ (track one) to ‚Mary Jane‘ (track 18) of this 18-track-CD – Morissette’s voice is barely distinguishable from the drawn-out wheeze of a cat being slowly stretched over a Black & Decker WM626 workbench. If you could take only one CD to a desert island, you’d wish you packed a gun if you accidentally took this. (-99)“

(Die Zahl in Klammern am Ende der Kritik ist die Wertung für das Album, die normaler Weise zwischen 0 und 10 liegt.)

So bringt der NME ALANIS MORISSETTEs The Collection auf zugleich harsche und unterhaltsame Art zur Strecke. Eine gepflegte Hinrichtung sozusagen, auf einer Black & Decker Werkbank. Das tut weh, um so mehr, wenn man die 1974 in Ottawa geborene Kanadierin und ihre Musik mag.

Zugegeben, Frau MORISSETTE macht es sich etwas sehr einfach. Zur (vor-)weihnachtlichen Materialschlacht ein ‚Best Of‘ zu veröffentlichen hat immer den Hauch eines Ausverkaufs. Zudem legt sie sich auf die faule Haut; lediglich mit ‚Crazy‘ ist ein wirklich neuer Titel und das auch noch als Coverversion (Seal) enthalten. Doch macht doch was Ihr wollt, ich lasse mir ihre Musik nicht madig machen, nicht vom NME, von niemandem.

Noch immer geht mir das Herz über bei ‚Thank U‘ und ‚That I Would Be Good‘, noch immer rocke ich meine gute Stube bei ‚Head Over Feet‘, ‚Ironic‘ und ‚Hand In My Pocket‘, noch immer begleiten wohlige Seufzer die MTV-unplugged Version von ‚Princes Familiar‘.

The Collection bietet die ganze Palette des Schaffens von ALANIS MORISSETTE, beginnend mit ihrem Maverick-Debut Jagged Little Pill (1995) über Supposed Former Infatuation Junkie (1998) bis hin zu Under Rug Swept (2002) und ihrem letzten Studioalbum So-Called Chaos (2004); außerdem die Songs, die sie zu diversen Soundtracks beisteuerte (z.B. ‚Uninvited’/ „City Of Angels“, ‚Still’/ „Dogma“, ‚Let’s Do It’/ „De-Lovely“).

Vielleicht war es an der Zeit, Luft zu holen und einmal innezuhalten. Ganz sicher aber ist eine Art Zwischenbilanz der siebenfachen Grammy-Gewinnerin. Insofern erfüllt diese kleine Retrospektive alle Erwartungen und lässt hoffen, dass die mutmaßliche Schaffenskrise der ALANIS MORISSETTE mit der Veröffentlichung eines neuen Studoialbums restlos überwunden ist.

In diesem Sinne: „You oughta know…“

ALANIS MORISSETTE
The Collection
(Maverick/ Warner)
VÖ: 11.11.2005

www.alanis.com
www.wea.de
www.maverick.com

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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