Alex Amsterdam – Stillness Of A Moment

Alex Amsterdam - Stillness Of A Moment

Wie halte ich am besten einen Moment fest, der so bedeutend ist, dass ich ihn nicht verschwinden lassen will? Richtig. Ich presse ihn in Musik. Nun streiten die Gelehrten darüber, ob nun Pop der einfachste oder der unsicherste Weg ist, Gefühle glaubhaft zu vertonen. ALEX AMSTERDAM, ein Singer/Songwriter aus Düsseldorf, gibt uns ein Lehrstück an die Hand, wie das geht. Allerdings kämpft sein Album ebenfalls mit dem alten Problem von Schönheit und Künstlichkeit.

Der 27-Jährige begann Ende 2006 seinen musikalischen Alleingang und brachte noch im selben Jahr die EP Lonely Streets And Empty Lanes heraus. Seitdem hat er schon auf genügend Bühnen in Deutschland und den Niederlanden gestanden, sodass es nun also an der Zeit ist, auch ein Album zu veröffentlichen. Als er mit den KILIANS Backstage und Bühne teilte, hörte er sicher von ihnen, was man beim Debüt richtig und falsch machen kann, und so klingt es nun also durchproduziert und geradlinig.

Das Album startet mit einem direkten Fade-In hinein in die Gitarren. Mr. AMSTERDAM trägt eine junge, entspannte Stimme spazieren, während ‚Some Kind Of Bliss‘ dahinfließt, ohne sich zu steigern. Selbst wenn sich im Refrain Chor und Orgel unaufdringlich dazuschleichen, bleibt alles dicht an seinem Text hängen. Er und sein Text spielen hier die Hauptrolle.

Dieses Prinzip zieht sich über die nächsten Songs, deren Texte Mut machen sollen, wenn man sich niedergeschlagen und unnütz fühlt. All die Handclaps, stimmlichen Mitstreiter sowie Bass- und Pianoanschläge (‚There‘s Nothing Like It Seems‘) machen da keinen Unterschied. Auch das süffigere ‚Burning My Cash‘ bleibt mit seinen angeschlagenen Gitarrenseiten vorhersehbar und unauffällig.

Der Aufstieg des Albums verläuft über die elegante Ballade ‚Down With The Sound‘ zu dem überragenden ‚Days Of Smile‘. Hier zieht AMSTERDAM hinterhältig den Trumpf aus dem Ärmel. Hat sich der Hörer bereits auf ein kuscheliges Popalbum ohne Ausreißer eingestellt und wiegen einen die Handtrommel und die federleichten Pianoklänge noch in Sicherheit, kommen plötzlich die Lyrics – fies, weil ehrlich: „You need love but pain is all that you adore.“ Ertappt! Wer sich nur einmal in eine(n) gute(n) Freund(in) verliebt hat, muss sich erinnern.

Es schließt sich ein ebenso schönes Stück an, das durch liebliche Keyboardparts dem Sonnenschein entgegenschwebt: ‚Lost Without A Trace‘.
Ja, AMSTERDAM versteht sein Handwerk, das man als Abschluss auch live erleben kann. Mit ‚For A Lifetime And Beyond‘ ist endlich das Soll eines Albums erreicht. Hier gelingt ihm das Kunststück, mit einem einfachen Song über einfache Songs, die einst Gassenhauer wurden, einen Hit zu landen. Genau da spricht er seinen anfänglichen Plan aus: mit einfachen Songs Momente von Liebe und Freiheit festhalten, so wie es der Albumtitel verspricht.

Auch wenn er es nicht immer schafft, AMSTERDAMS Plan wird auf diesem Album klar vor Augen geführt. Wer sich eine Auszeit gönnen will oder den sommerlichen Abend draußen mit Musik verbringen will, ist hier völlig richtig. Man darf sich nur nicht an Pop stören.

ALEX AMSTERDAM
Stillness Of A Moment
(Moon Records)
VÖ: 04.04.2008

www.alex-amsterdam.com
www.myspace.com/alexamsterdam

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