AMPL:TUDE – Der Igel an der Orgel

[b]
Die piepen!



[i]Der Igel an der Orgel[/i] – wie süß, denkt man sich und legt die CD ein.
Was dann passiert ist nicht nur süß, sondern macht auch Spaß.
Gleich der Opener ‚Onkel Uhu ist krank‘ klingt nach Love-Parade im Märchenwald. Die possierlichen Tierchen zappeln natürlich nicht pillenblind zu dumpfen Beats, sondern ziehen in einer Art der Polonaise, die überaus freundlich und wahr ist, zum kranken Onkel Uhu, um ihm einen leckeren Kuchen zu bringen und gute Besserung zu wünschen.

Dort angekommen sind sie erst etwas verschreckt, da es Onkel Uhu wirklich hart erwischt zu haben scheint. Er schnieft und hustet in einer Tour – kein schöner Anblick. Ganz anders der Kuchen, den der Igel dem Onkel Uhu gibt, woraufhin es diesem schon wieder besser geht und alle zusammen singen und Tante Uhu im Haushalt helfen. ‚Top Fun‘ eben.

Auf dem Rückweg zur Lichtung begegnen sie einem im Wald eher ungewohnten Tier. Aber nach etwas mauzen und beschnuppern schließt sich auch ‚Die kleine Katze‘ der Tier-Parade an, was die anderen Tiere wegen ihrer tollen Tanzschritte sehr freut. Nur der Fuchs ist etwas eifersüchtig und setzt denen der Katze ein paar eigene, überaus flotte Bewegungen entgegen. Die anderen beklatschen die Beweglichkeit des Fuchses, auch wenn ihnen seine Eitelkeiten, ‚Das gute alte Gedöns‘ eben, gelegentlich stinken.

Zur Strafe setzt sich der Igel an seine Umhängeorgel und spielt extra für die Elster ‚Eine Medaille hat immer mindestens zwei Seiten‘, bei dem der tolle Tanzstil des Fuchses gegen das wendige Auf-und-Ab-Fliegen der Elster komplett abstinkt. Der Fuchs hat seine Lektion fürs Erste gelernt.
Dafür dreht die Elster jetzt am Rad und fliegt, etwas glänzendes im Schnabel tragend, umher. Der Igel fragt sie, was das denn sei und soll, worauf die Elster erwidert: ‚Meine geliebte goldene Uhr‘.

Der Igel erinnert die Elster aber daran, dass kürzlich auf der Märchenwald-Uni entschieden wurde, im Wald Luxusartikel aus dem Recht auf Privateigentum auszugrenzen, nachdem der Hamster vor dem letzten kalten Winter alle Vorräte gegen ein Laufrad aus Diamanten eingetauscht hat und seine ganze Familie schließlich derbe Hunger hatte. Alle erinnerten sich wieder an die glorreiche ‚Revolution ZSK‘ und die Elster versprach, die geliebte Uhr gegen eine Schule für ihre noch viel geliebteren Kinder einzutauschen. Eine weise Entscheidung.

An der Lichtung angekommen, setzen sich alle in einen Kreis und lauschen dem Tastenspiel des Igels. Nach und nach steigen auch Elster, Katze und Fuchs in das Lied ein. Das war von Anfang an der Plan des Igels, der jetzt freilich zufrieden grinst und bemerkt, wie gut er die Zuhörer animieren kann. ‚Darin ist er der Größte‘.
Die Sonne geht unter, alle schlafen glücklich ein und am sonnigen nächsten Morgen wacht auch der Onkel Uhu gesund und fröhlich auf.

Woher ich das alles weiß, wo auf [i]Der Igel an der Orgel[/i] doch abgesehen vom „Ich-packe-meinen-Koffer“ Bonustrack kein einziges Wort fällt?
Man hört es einfach. Der Klangkosmos der vier Großstadtwaldbewohner von AMPL:TUDE ist zwar nicht gerade gigantisch, auf der kleinen Spielwiese wird aber trotzdem wild umher gehüpft und am Ende immer wieder zur Essenz, dem kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden. Ein Album das wirklich Spaß macht.

AMPL:TUDE
[i]Der Igel an der Orgel[/i]
(Sinnbus/ Al!ve)
VÖ: 26.01.2007

www.electro-on.de
www.sinnbus.de
www.alive-ag.de

Autor: [EMAIL=alexander.eckstein@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Eckstein [/EMAIL]

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