AND ONE – S.T.O.P.


Neue Besetzung – Alte Klänge.



Nachdem Gio van Oli und Chris Ruiz im Juni 2011 AND ONE wegen persönlicher und musikalischer Differenzen zu Frontmann Steve Naghavi verließen, vereinte sich die ehemalige Besetzung namens Rick Schah und Joke Jay, nach zehn Jahren der Trennung, wieder mit Steve.
Auf Tour war das Trio, unterstützt von Nico Wieditz, bereits 2011, worauf nun das ersehnte Studioalbum S.T.O.P. folgt.
Gespannt, welchen Einfluss die Auswechslung der Besetzung wohl auf AND ONE hat, setzte ich die Latte wohl etwas zu hoch an.

Eröffnet wird das neue Werk mit ‚Shouts of Joy‘. Obwohl Steve im Refrain davon überzeugt ist, „we are the sound you’re searching for“ (wir sind die Musik, nach der du suchst), ließen sich meiner Kehle beim Anhören des frischen Silberlings keine lauten Freudenschreie entlocken. Steve macht, was er schon immer macht, egal mit welchen Mitmusikern: Guten, eingängigen Synthiepop. Auch mit S.T.O.P. liefern AND ONE keine musikalischen Quantensprünge und auch keine großartig neuen Ideen.

Auf ‚S.T.O.P. the Sun‘ griff ich vergleichsweise am liebsten zurück. ‚Back Home‘, welches schon in der Singleauskopplung in verschiedenen Varianten zu hören war, ist mit seinen fanfarenartigen Klängen ein Garant für gute Laune. Jedoch hat man nicht das Gefühl, dass AND ONE Back Home sind, denn wer nie weg war, kann auch nicht zurückkommen.

Einen kleinen musikalischen Ausschweifer gibt es allerdings: Mit ‚Aigua‘ taucht man ab in sphärische Gefilde, vorgetragen von einer Frauenstimme, welche auch in ‚Back Home‘ zwischenzeitlich zu hören ist. Für ‚The End of your Life‘ wurde Verstärkung in Form von Douglas McCarthy, seinerseits Frontsänger von Nitzer Ebb, an Bord geholt.

Obwohl man am Ende etwas enttäuscht zurückgelassen wird, setzt zu ‚No Words‘, mit seinen in Moll gehüllten Klavierklängen, doch etwas die Wehmütigkeit ein. Wahrscheinlich auch deshalb, weil der Song das Ende signalisiert und der erhoffte potenzielle Knaller ausblieb.

Zusammenfassend würde ich sagen: Es ist „nett“. Man hört es sich an, summt etwas mit, ist aber nicht wirklich voll dabei. Das Händchen für eingängige Melodien ist AND ONE aber weiterhin gegeben, denn obwohl mich das Album nicht von den Socken haute, erwische ich mich immer wieder dabei, im Alltag Passagen der neuen Songs vor mich hin zu musizieren.

Für jene, welche sich an dem unverwechselbaren Klang von AND ONE erfreuen, lohnt sich ein Kauf bestimmt. Wer jedoch noch nie was mit dieser Band anfangen konnte, wird seine Meinung durch S.T.O.P. auch nicht ändern. Auch für AND ONE-Neulinge gibt es meiner Meinung nach wesentlich bessere Einsteigeralben, wie zum Beispiel Aggressor oder Bodypop.

In der Hoffnung, dass die neuen/alten Herren um Steve Naghavi erst wieder etwas warm werden müssen miteinander, freue ich mich trotz des enttäuschenden Albums S.T.O.P. auf ihre nächste Produktion.

AND ONE
S.T.O.P.
(Synthetic Symphony/SPV)
VÖ: 25.05.2012

www.andone.de
www.myspace.com/andoneofficial

Autor: [EMAIL=nadine.galli@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Nadine Galli[/EMAIL]

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