ARCTIC MONKEYS am 08.11.2009 in der Arena


Der einstige Hype aus Sheffield zelebriert vertrackte Professionalität.



Mit ihrem dritten Album Humbug () nun die Arena gebucht werden. Da schlagen vielerorts die Musikhörigen die Hände über den Kopf zusammen ob der vermeintlich schlechten Akustik in der Arena, doch das sei an dieser Stelle einmal vorweg genommen: Die Produktion hat hier ganze Arbeit geleistet und einmal mehr bewiesen, dass in die Arena auch ein guter Sound gelegt werden kann.

Dass die ARCTIC MONKEYS aufgrund ihrer Popularität in größere Hallen umziehen, ist vielleicht nicht die ganz große Überraschung, dem Hype folgte eine weiterhin stetig wachsende Fangemeinschaft. Interessant aber der Toursupport: Die Kult-Stonerocker von EAGLES OF DEATH METAL konnten hierfür gewonnen werden. Hier trifft der Sound der kalifornische Wüste auf das Sprachrohr rebellisch-britischer Arbeiterkultur, das klingt spannend. Eine Kombination also wie sie auch auf Humbug zu fnden ist, da Josh Homme, Frontmann der Queens of the Stonesage in seinen Dessert Sessions Teile des neuen Albums der Affen produzierte. Eben jener Homme zeichnet zudem verantwortlich für die EAGLES OF DEATH METAL, und schon ist die Kollaboration erklärt. So eröffneten EODM den Abend in der Arena und stimmten mit großen Rockergesten, lauten und krachenden Gitarren auf trägem Grund die Meute ein. Es dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Mannen um Sänger JESSE HUGHES ein Live-Ereignis sind, denn schon sehr früh war die Halle gut gefüllt und die Stimmung auf Gröl-Niveau.

Die ARCTIC MONKEYS schälten sich dann nur langsam nach einer durchschnittlichen Umbaupause aus den Rauchschwaden auf der Bühne. Es wurde auf Optik gesetzt, das fing bei den längeren Haaren der Bandmitglieder an und hörte bei der unglaublich facettenreichen Lichtshow auf. Doch ein wenig ist die rohe Energie vergangener AM-Shows verloren gegangen. Bei Hits wie ‚I Bet You Look Good On The Dancefloor‘ und ‚When The Sun Goes Down‘ blitzte jene Energie aber wieder auf, unverfälscht und begeisternd. Auch gerade die ersten beiden Songs des neuen Albums, ‚My Propeller‘ und die Singleauskopplung ‚Crying Lighting‘ wirkten live mindestens genauso großartig wie auf Platte.

Doch wie das Album selbst auch ein wenig an Homogenität oder gar Schlüssigkeit vermissen lässt, so fehlte auch der Show der ARTIC MONKEYS ein wie auch immer gearteter roten Faden, auch wenn durchaus professionell arrangierte Fragmente aus Sound und Licht auf die Zuhörer einstürzten. So wirkten zum Beispiel die Balladen, eh ein eher neues Phänomen im Bandportfolio, etwas uninspiriert in die Setlist gepresst. Dafür sind jene aber nicht ausdrucksstark genug, als dass sie alleine für sich stehen könnten. Ganz anders die Up-Tempo-Nummern, hier sind die MONKEYS unerreicht kraftvoll und überzeugend. Schade, dass dies nicht wie bei vergangenen Shows über die gesamte Länge des Konzerts gehalten werden konnte.

www.myspace.com/arcticmonkeys
www.arcticmonkeys.com
www.eaglesofdeathmetal.com

Autor: [EMAIL=alexander.knoke@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Knoke[/EMAIL]

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