BAD RELIGION – The Empire Strikes First

Los Angeles is burning!

Mit The Empire Strikes First melden sich BAD RELIGION nach nur anderthalb Jahren zurück an die musikalische Front.
Anscheinend scheint das seit dem letzten Album The Process Of Belief wiedervereinigte Kreativgespann GRAFFIN/GUREWITZ musische Kräfte freigesetzt zu haben, die kurzfristig der musikalischen Umsetzung bedurften.

Die kalifornischen Punk-Urgesteine waren ja bereits zu Pfingsten da gewesen und hatten uns live einen kleinen Einblick in das gegeben, was uns auf ihrer mittlerweile 13. Scheibe erwarten würde.
Nach einem ungewöhnlichen, sehr getragenen Intro geht es dann auch gleich mit Herzinfarkt verursachender Plötzlichkeit los: ‚Sinister Rouge‘ wird uns um die Ohren gefeuert, mit einem Refrain, den jeder spätestens nach der zweiten Strophe mitsingen kann… So muss et sein! ;-)

Textlich und thematisch ist der Titel Programm: Die aktuelle amerikanische Politik und Gesellschaft wird kritisch und aus einer links-progressiven Sicht unter die Lupe genommen. BAD RELIGIONs Texte waren schon immer mit Vokabeln gespickt, die man nicht in jedem Schulwörterbuch findet: Den Beinamen „Intellektuellen-Punk“ hat sich ihr Stil nicht umsonst verdient.
So darf sich Leadsänger und Texter GREG GRAFFIN mittlerweile auch Doktor der Biologie schimpfen und plant demnächst sein erstes philosophisches Buch.

Nach dem etwas nachdenklichen The New America (trotzdem eins meiner Favoriten!) wird hier die vom Vorgänger The Process Of Belief eingeleitete, wieder wildere und aggressivere Phase fortgesetzt.
Großartige Überraschungen darf man selbstverständlich nicht erwarten, aber wer tut das schon bei neuen Alben der Kalifornier. Sie haben es geschafft, ihren einzigartigen Stil immer weiter fortzuführen und dabei im Detail zu verfeinern, groß geändert haben sie ihn allerdings nicht. Wer ihn mag, der freut sich auf einen weiteren Haufen von catchy tunes und reichlich „oozin‘ aahhs“, unterlegt mit treibenden Punkrock-Beats.
Und wer ihren Stil partout nicht mag, der liest diese Rezension eh nicht. :-)

Ein weiteres gegen musikalischen Stillstand sprechendes Argument ist die durchaus stimmige Sprechgesangseinlage von „HipHop-Intellect“ SAGE FRANCIS in ‚Let Them Eat War‘, man ist also durchaus Stilmix-experimentierfreudig.

The Empire Strikes First ist alles in allem ein sehr gelungenes Album, das genug Hit- und Mitsingepotential in petto hat und sich in meinem persönlichen B.R. – Hall of Fame gleich auf einem der oberen Plätze breit macht.

Natürlich gibt es auf jedem Album immer einen Song, der sich besonders in den Gehörgang fräst, und was dem Against The Grain sein ’21st Century (Digital Boy)‘ , was dem The Gray Race sein ‚Punk Rock Song‘ ist, das ist dem Empire jedenfalls sein ‚Los Angeles is Burning‘.

Also stimmt alle mit an: „When the hills of Los Angeles are buu-huur-ning …“



BAD RELIGION
The Empire Strikes First
(Epitaph / SPV)
veröffentlicht

http://www.badreligion.com

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