BECK – The Information


Stilecht: mit handgedrehten Videos, einem „ungewöhnlichen“ Cover und voller musikalischer Hakenschläge.



Mit BECK ist das ja so eine Sache. Manch einer assoziert mit dem 1970 in Los Angeles geborenen Kalifonier BECK HANSEN lediglich die Refrainzeilen seines Über-Hits ‚Loser‘: „I’m a loser baby, so why don’t you kill me?“ (Mellow Gold, 1994), ein Song, der quasi zur Hymne der sogenannten Slacker-Bewegung der 90er Jahre wurde und zu dem auch heute noch der Mob jeder Indie-Disco tobt. Nun ist es aber vielmehr so, dass jedes BECK-Album, ja fast jeder BECK-Song komplett andersartig klingt. Das macht es nicht unbedingt leicht, dennoch erfreuen sich BECKs musikalische Parforce-Ritte eines Millionenpublikums.

Nach Guero (2005) veröffentlicht BECK mit The Information nunmehr das Album, an dem er schon während der Aufnahmen am Vorgänger zu schreiben begann. The Information ist also lange gereift, sozusagen ein Langzeitprojekt. Wie nicht anders zu erwarten ist auch dieses Album ein „Genre-Hüpfer“ aller erster Güte. 15 neue Tracks manövrieren sich durch allerhand Spielarten des Pops, allen voran Funk und HipHop.

‚Elevator Music‘ eröffnet das Festival der musikalischen Hakenschläge und hat – man ahnt es bereits – so rein gar nichts mit „Fahrstuhlmusik“ zu tun. BECK rappt den Strophenteil, singt im Refrain – eine Aufteilung, die sich auf The Information immer wieder findet; dazu verzerrte Gitarren, Keyboardklänge und Samples, Samples, Samples. Eine schier unendliche Zahl an Tönen und Geräuschen mäandern durch BECKs neues Studioalbum.

Während man versucht, die beigelegten Sticker möglichst kreativ und platzsparend auf dem Blanko-Cover von The Information aufzukleben, steht bereits beim ersten Durchlauf der CD fest, dass BECK hier zu absoluter Höchstform aufgelaufen ist. Die groovig-blubbernde Singelauskopplung ‚Cellphones Dead‘ und das melancholische, fast balladeske ‚Strange Apparition‘ im klassichen Singer-/Songwriterstil gehört dabei zu den vielen Höhepunkten. Es regiert (wie immer) betonte Lässigkeit im BECKschen Stil, unterfüttert von einer Verspieltheit und Experimentierfreudigkeit, die einen beim Hören von BECK-Alben immer so wunderbar durcheinander bringen.

Produziert wurde The Information von Nigel Godrich (Radiohead: OK Computer und Kid A, BECK: Sea Change und Mutations); zur CD gehört eine DVD, auf der zu jedem der Songs ein selbstgedrehtes Video zu finden ist.

Mal abgesehen vom (je nach Betrachtungsweise nicht vorhandenem) Artwork, ist The Information ein Gesamtkunstwerk und weiterer Beleg für die überbordende musikalische Kreativität BECKs.

BECK
The Information (CD+DVD)
(Geffen/Universal)
VÖ: 06.10.2006

www.beck.com
www.beckhansen.de

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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