BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB – Beat The Devil’s Tattoo


Black is the new Black.



Beat the Devil’s Tattoo hängt nicht so sehr einer transzendentalen Rockromantik nach. Vielmehr ist es ein schmieriges, dreckiges und schnaubendes Biest geworden. Es trieft vor Schlamm und zieht rasselnd an einer Zigarette, während die Mannen (plus Frau: neu an den Drums ist Leah Shapiro) vom BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB sich anschicken, den Rock ’n‘ Roll zu feiern, ja, zu preisen, der in Bars geboren wird und der im Milieu des hart schuftenden Arbeiters seine Wiege hat. Wieder einmal, und das ist kein Maluspunkt, dient ein B.R.M.C.-Album als Soundtrack für einen Trip, verloren irgendwo in der Wüste: rastloses Dahinfahren, hart gesottene Burschen, brodelnd und brütend, schwermütig und stolz ob des Vagabunden-Daseins.

Langsamkeit scheint hier häufig das Primat gewesen zu sein, denn Behutsamkeit wird dem Tempo oft vorgezogen. So wie die Gitarren in ‚Aya‘, die träge erwachen, um dann zu knirschen und zu knarren wie verrostete Zahnräder. Die Songs scheinen sich abzurackern, die schweren Melodien wie ‚Sisyphus‘ den Berg hinauf zu schieben. Wunderbar dunkel ist ‚River Styx‘, das den Zuhörer mit dämonischem Charme lockt, es versetzt den knackenden Beat mit chaotischen Gitarrenslides und schafft es damit, wohlgefällig und gefährlich scharf zugleich zu sein. Noch einmal sei hier Leah Shapiro erwähnt, die von Peter Hayes und Robert Levon Been als Nachfolgerin für Nick Jago ans Schlagzeug gebeten wurde. Shapiro trägt zu dieser Platte mit einer fast brutalen Intensität bei, am deutlichsten spürbar eben bei ‚River Styx‘, sodass man wohl behaupten kann, ohne sie wäre Beat the Devil’s Tattoo minder spannend. Das epische ‚War Machine‘ stottert und belfert wie ein sterbendes Tier und ist in seiner Manier so mit Fuzz und Verzerrung überladen, dass die kantigen, kaum feststellbaren Harmonien spärlich Platz finden und während des Marschs immer wieder furios hervorbrechen.

Die besten Momente auf Beat the Devil’s Tattoo sind jedoch nicht jene, in denen sich die Band einem höllischen Moment hingibt, sondern diese, in denen die stimmliche Kraft von Peter Hayes zum Tragen kommt. Hayes, ganz seinem Held Johnny Cash gleich, evoziert die müde und doch noch hungrige Marter mit seiner aufgeriebenen Stimme. Beim Titeltrack im Besonderen: hier gibt er sich der verführerischen Pein hin, der er schon in dem 2005er Coup Howl verfallen war. Das schnörkellose Piano von ‚Long Way Down‘ ummantelt Hayes Donner auf luxuriöse Weise und zeigt einmal mehr, dass unter der angeschmutzten Oberfläche der Albumproduktion weitaus mehr als bloße Totenkopf- und Lederjanker-Effekthascherei zu finden ist.

BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB live in Berlin
Dienstag 04.05.2010 // ASTRA Kulturhaus
Einlass: 20h
Beginn: 21h
VVK: 24€ zzgl. Gebühren

BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB
Beat The Devil’s Tattoo
(Abstract Dragon / Cooperative Music / Universal)
VÖ: 12.03.2010

www.blackrebelmotorcycleclub.com
www.myspace.com/blackrebelmotorcycleclub

Autor: [EMAIL=alexamdra.wolf@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail