BLUES EXPLOSION – Damage

Album Nummer sieben und das erste ohne ‚Jon Spencer‘ im Band Namen. Ein Zeichen der Solidarität, um ihre Stärke und ihre Liebe zu zeigen. „We’re brothers.“ sagt Jon Spencer.

Für Damage haben die Brüder Jon Spencer, Russell Simins und Judah Bauer ihre Familie großzügig erweitert: mit produziert und gemixt haben DJ Shadow, David Holmes, Dan The Automator, Steve Jordan und Alan Moulder und als special guests schneiten Cousin Chuck D (Public Enemy) und Tante Martina Topley-Bird (Tricky) herein.

Und als die BLUES EXPLOSION im vergangenen Sommer, der seinen Namen nicht verdiente, im Palais der Kulturbrauerei gastierte, war auch ein Großteil der Berliner-Blues-Punk-Familie im Publikum anwesend – von alt bis jung. Der Redakteur der taz hat längst nicht alle gesehen und er- oder gekannt. Die Show war letztendlich ein wenig enttäuschend, die Location war zu clean und der Sound zu schlecht, Fachmenschen tippen auf Limiter.

Aber egal – Jon Spencer gilt als Sexsymbol und ein Synonym für Coolness – auch wenn die Band die Frage nach der Definition von Coolness im Interview mit intro nicht beantworten konnte oder wollte. Hach ja, Ruhm und die damit einhergehenden Pflichten können ja so lästig sein.

Deshalb achtet man am Besten gar nicht auf das Drumrum und hört einfach mal rein in Damage. Und zwar über Kopfhörer. Laut. Das macht dann schon Spaß. Nicht durchgehend, aber überwiegend. Zwiespältig wohl eher ‚Hot Gossip Featuring Carlton Ridenour‘, das anfängt wie irgendein Stück von LIMP BIZKIT und durch Chuck Ds Gerappe wird der Nu-Metal-Crossover-Einschlag auch nicht besser. I mean, I can take it, aber ich kenne Leude in meinem Dunstkreis, who can’t. Und ‚Fed Up And Low Down‘ ist ein verwirrendes Mix-Monster von DJ Shadow mit Saxophon, Gescratche und anderen scheinbar überflüssigen Effekten, aber einem Hammerabgehgitarrenrefrain.

Überhaupt sind natürlich die Songs am stärksten, die Abgehgitarrengeschrammel beinhalten. Mit Ausnahme von ‚Spoiled‘, einer, ähm, Avantgarde-Ballade? Wer nämlich dachte, die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN seien alleine auf außergewöhnliche Instrumente abonniert, dem sei gesagt, dass hier Lamm-Hoden, Hai-Zähne und Lamm-Fußnägel den Sound abrunden. Und Martina Topley-Birds Gesang. Schön.

Tja, so ist das auf Damage. Nicht zu verachten, das Teil.

BLUES EXPLOSION
Damage
(Mute Records)
veröffentlicht

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