BOSSE am 11.05.05 im Frannz Club


Das funktioniert.



Nachdem die talentierte und sehr süße, aber für den Abend doch etwas zu melancholische Supportsängerin BARBARA CUESTA gerade noch mit den letzten Klängen ihres finalen Stückes ‚Tod‘ schwer in den Ohren des Publikums liegt, kommt BOSSE und ‚Explodiert‘.

So der erste Titel, der Programm macht und der den Rahmen für die folgende gute Stunde absteckt. Vom ersten Track an geht es druckvoll nach vorne. Die Texte trägt Frontmann AXEL BOSSE mit einer Präsenz vor, die nur so von Authentizität strotzt.
Seine „sexy Band“ rekrutiert sich aus den Rockkombos UNCLE HO und HEYDAY. Schlagzeuger BJÖRN, der entrüstet klarstellt, dass er nicht aus der Umgebung von Köln, sonder aus Wuppertal komme, schafft mit seinem punktgenauen Spiel so viel Dynamik, dass einem unweigerlich der Kopf im Beat nach vorne schießt. TORSTEN glaubt man, was er da an und mit seiner Gitarre tut und das durchweg fröhliche Minenspiel der „griechischen Versuchung“ THEO am Bass hat mit unter schon komödiantische Qualitäten.

Der dritte Song des Abends ist die Debüt-Single ‚Kraft. Spätestens jetzt ist die Atmosphäre in dem mit um die 400 Besuchern dicht besetzten Frannz Club so energiegeladen, dass man mit der eingeheizten Meute locker das hiesige Bezirksamt nehmen und halten könnte. Zu den bauchfrei-tragenden Indiepop- Girlies, mischt sich auch ältere Musik-Expertise in das Publikum. Daneben eine beachtliche Zahl von 16-18-jährigen verschwitzten Schülern mit roten Gesichtern, die auch bei den langsameren Stücken verzweifelt versuchen, die Nummern durchzupogen. Gerade bei ‚Das kleinste Glück‘, das durch fast schon epische Steigerungen geprägt ist, muten die Kids dabei mit ihrem Zappeln im luftleeren Raum wie verirrte Hunde im Weltall an. Das Schauspiel kann einem physisch wie optisch etwas daran hindern, den von der Band ausgelegten musikalischen Teppich vollends zu genießen, aber man kann das bestimmt auch niedlich finden. Ein Hoch auf die fehlende Kondition der Jung-Höpfer und die damit einhergehende Ruhe bei Erholungspausen!



AXEL BOSSE hat mit Kamikazeherz gerade eine vielversprechende CD auf den Markt gebracht, die beweist, dass Songwriting in Deutschland nicht an der Oberfläche abperlen muss. Live ist die Umsetzung Dank seiner großartigen Begleitkapelle ein Fest für Körper und Geist.
Das letzte Stück vor den Zugaben wird die nächste Veröffentlichung werden. AXEL erzählt kurz von dem Videodreh, bevor die ersten Töne von ‚Keine Panik‘ angestimmt werden und BOSSE nach etwa einer Stunde noch einmal richtig Gas geben, bei sich und dem Publikum die Reserven anzapfend.

Bei dieser Single verfliegt schnell die Angst, BOSSE könnten eventuell Probleme damit bekommen, eine zweite Scheibe auf den Markt zu bringen, die gegenüber der Ausdrucksstärke von ‚Kraft‘ abfällt. Dem ist nicht so. Keine Panik!

www.bosse-rockt.de

Fotos: © NINA STILLER

Autor: [EMAIL=alexander.knoke@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Knoke[/EMAIL]

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