BOSSE – Berliner Act des Monats Juni 2005

So richtig an ihm vorbei kommt kaum einer mehr. AXEL BOSSE ist mit seinem Debütwerk Kamikazeherz zu Recht viel Aufmerksamkeit zuteil geworden.



Auch wenn Radio Fritz von Alexander Bosse spricht und Radio1 die ehemalige Combo des AXEL B HYPERCHILD in den für Computerfachleute viel geläufigeren HYPERLINK umbenennt, bleibt klar, dass BOSSE mit der energiegeladenen Mischung aus druckvollem IndieRock und intelligenten Texten unverrückbar in das Herz des deutschsprachigen Rock vorgedrungen ist. BiB traf AXEL BOSSE in Hamburg.

BiB: Dein Debütalbum Kamikazeherz steht seit kurzer Zeit in den Läden, die zweite Single ‚Keine Panik‘ wird am 20.06. veröffentlicht. Um Deine Person herum passiert in letzter Zeit sehr viel. Wie ergeht es Dir mit dem Tour-und Termin- Stress?

AXEL: Bin gut gelaunt und kann überhaupt nicht meckern, gestern gefeiert und gleich geht’s zu „Brigitte“!

BiB: Dem Frauenmagazin?
AXEL: Genau! Ansonsten waren die letzten zwei Monate extremst aufregend, das ganze Radio- Zeug, hin und her fahren und so. Jetzt freue ich mich erst einmal über ein bisschen Ruhe in der nächsten Woche mit ein wenig schlafen und so.

BiB: Von allzu langer Dauer ist die Ruhe ja nicht, der nächste Gig steht am 13. Juni in Illmenau an. Wie liefen die Konzerte bisher?

AXEL: Die liefen alle ziemlich gut, wir waren jetzt gerade in Wuppertal, Darmstadt, Braunschweig und Berlin und davon war dreimal volle Hütte, ausverkauft. Jetzt kommen noch Festival rein von „umsonst und draußen“ bis zu größeren Sachen und live spielen ist ja immer hervorragend, macht ja immer Bock!

BiB: In Wuppertal hattet ihr ja Heimspiel, Deine gesamte Band kommt von dort…

AXEL: Ja, da haben wir im Butan gespielt, da war einfach mal die Hölle los. Die Wuppertaler interessiert natürlich schon, was ihre alten HEYDAYs und UNCLE HOs machen.

BiB: Du sprichst da weitere Bands Deiner Mitmusiker an. Gibt es oder gab es Probleme mit der Koordinierung der Bands?

AXEL: Im Grunde nicht, die beiden Bands gibt es so nicht mehr. Björn, Theo und Torsten machen zwar nebenbei noch andere Sachen, die Spaß bringen, aber im Grunde sind die Wuppertaler meine feste Band.

BiB: Wie ist das Arbeit über die Distanz Berlin-Wuppertal gelaufen? Und die Proben?

AXEL: Also, proben tun wir eigentlich nie so richtig viel. Nur einmal vor Berlin und einmal vor Braunschweig, glaub ich. Wir sind ’ne ganz faule Band was Proben angeht. Die Jungs hatten das Programm von den Studioaufnahmen noch drauf und dann haben wir ja die SURGE-Tour gespielt. Seitdem kannst Du jeden von denen nachts aufwecken und die spielen Dir ‚Keine Panik‘. Bei neuen Stücken mache ich meist alles in Berlin fertig, soweit wie ich es fertig machen kann und soweit ich denke, dass es rund ist. Dann nehme ich die Stücke mit zu den Jungs wodurch sie natürlich auch nochmal verändert werden. Es ist einfach was anderes, ob ich zu Hause programmiere oder Björn Schlagzeug spielt. Ansonsten geben alle ihren Senf dazu wie in einer normal Band.

BiB: Ich habe gelesen, Bosse sei irgendwo zwischen Grunge, NewWave und ElectroPop zu finden. Wie würdest Du selbst Deine Musik beschreiben?

AXEL: Ehrliche Rockmusik, die echt dran ist, wie der Song entstanden ist. Es ist mir wichtig, dass das Grundgefühl da ist, dass ich beim Songwriting habe. Deswegen ehrlich. Wenig Schnörkel, teils optimistisch, teils aber auch traurig!

BiB: Du wurdest in den Medien schon einmal mit Rio Reiser in Verbindung gebracht. Ehrt Dich so ein Vergleich oder siehst Du da keine Parallelen? Ist er musikalisches Vorbild?

AXEL: Bis vor kurzem kannte ich noch gar nicht viel von Rio bis auf die Singles. Habe mir jetzt aber gerade mal alle Sache geholt, die der Typ gemacht hat plus B-Seiten. Wenn Leute das so hören, ist das für mich eine große Ehre!



BiB: Bei BOSSE- Konzerten sind pogende junge Konzertbesucher kein seltener Anblick. Fühlst Du Dich da missverstanden, wenn auch bei langsamen und bedeutungsschwangeren Stücken jugendlicher Konzertkampf aufgeführt wird?

AXEL: Grundsätzlich freue ich mich über jeden, der sich bewegt oder der irgend etwas zur Musik fühlt. Ist für mich aber schon ein bisschen seltsam, wenn ich ’ne Ballade spiele und sich die Leute dazu die Fresse einrennen. Aber auch das find ich eher amüsant und ich freu‘ mich darüber. Die haben sich dann wahrscheinlich zwei Wochen lang zu wenig bewegt und das ist dann dasselbe, als ich würde ich joggen gehen oder du Karate machen, die müssen sich dann einfach schwitzig tanzen. Es wäre auch echt anmaßend, wenn ich das uncool finden würde, wie die Leute da zu einer Ballade tanzen. Ich finde Musik ist eine freie Wiese und da darf jeder machen, was er will. Gerade wenn er vor der Bühne steht, dann sowieso. Und wenn sich die Leute zu ‚Niemand vermisst Dich‘ die Köppe einhauen…

Mehr Infos zur Band unter:
www.bosse-rockt.de

Fotos: © BOSSE/ NINA STILLER

Autor: [EMAIL=alexander.knoke@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Knoke[/EMAIL]

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