.COMPUTER.. – Berliner Act des Monats November 2008


„Drei Typen, drei Instrumente: Delphin, Erdbeben und Big Ben.“



Sie lieferten mit Give Me A Frame (

Ein paar Worte zur Band- und Entstehungsgeschichte von Give Me A Frame…:
Ihr schreibt: „…dort (HH-Altona) funktionierte er (Pesca) ein winziges WG-Zimmer zum Aufnahmeraum um. Auf einem Quadratmeter zwischen Schreibtisch, Matratze und einem riesigen, wackligen Möbelhaufen entstand ein Teil des Gesangs für Give Me A Frame. „Um eine angemessene Akustik zu schaffen, haben wir uns Decken über den Kopf gehalten“, erinnert sich Torben.“ Funktioniert Songwriting, Komposition, Aufnehmen etc. immer noch so „provisorisch“ und komplett improvisiert oder hat mittlerweile eine gewisse Ordnung Einzug gehalten? Wie gestaltet sich überhaupt die Bandorganisation zwischen Hamburg und Berlin?

Paul: Also, von Unordnung wollen wir hier mal nicht anfangen, oder? Mal im Ernst: Es hat sich natürlich eine gewisse Routine eingeschlichen, und wir arbeiten generell effizienter als vielleicht noch vor anderthalb Jahren. Aber das gewisse Quäntchen Chaos ist immer noch dabei – aber das ist auch wichtig! Und wir telefonieren immer öfter übers Internet.
Pesca: Online-Kommunikation und -Datentransfer läuft heute ja problemlos. Wir können von verschiedenen Städten aus zusammenarbeiten, als würden wir nebeneinander sitzen, und uns daher mehr auf das Songwriting und das Ausprobieren verschiedener Sounds konzentrieren.

Ihr habt sehr viele positive Kritiken auf Give Me A Frame erhalten. Welche Worte haben Euch besonders gefreut und waren diese positiven Reaktionen – nicht zuletzt Dank der kostenlosen Vorab-Download-Aktion des Albums – bei Euren Konzerten spürbar?

Torben: Die Reaktionen waren in der Tat sehr ermutigend – gerade mit Blick auf unseren ersten Auftritt, siehe oben. Aber im Ernst: Durch den kostenlosen Download haben wir als unbekannte Band viele Hörer erreicht. Und es ist schon toll, dann auf einer Bühne zu stehen und zwischen den Songs rufen Leute „Computer!“.
Pesca: Diese Reaktionen auf Konzerten haben uns besonders gefreut. Natürlich freut man sich über eine positive Rezension in einem Magazin – aber wenn man direkt spürt, dass es jemandem gefällt, dem du es gerade vorspielst, dann weißt du, warum du das alles überhaupt machst.

Ihr habt in der Vergangenheit bereits mehrmals live mit Kettcar gespielt, im Dezember seid Ihr erneut mit ihnen unterwegs. Außerdem habt Ihr einen Remix von ‚Graceland‘ gemacht. Wie kam der Kontakt zu Kettcar zustande und wie reagiert das Kettcar-Publikum auf die Songs und den Sound von .computer..?

Torben: Die rufen auch „Computer!“ zwischen den Songs.
Paul: Das ist mir auch in Erinnerung geblieben.
Pesca: So sieht’s aus. Und die nehmen sich unsere letzten Album-Vorräte mit nach Hause.

Apropos Remixe: Wer kam auf die wunderbare Idee von ‚Give Me Another Frame‘, wo Richard Davis, Robosonic, Juho Kahilainen und Jan Hertz Songs Eures Debütalbums remixen? (

Stockhausen meint: „Die wichtigste Berufung des Menschen kann nur sein, Musiker zu werden.“ Ist ein Leben ohne Musik (zu machen) für Euch vorstellbar? Welche Dinge sind Euch persönlich wichtig (außer Musik)?

Torben: Das ist absolut nicht vorstellbar. Ich höre fast in jeder Lebenslage Musik, habe für die meisten Situationen den passenden Soundtrack. Und wenn kein Plattenspieler in der Nähe ist, gibt es eben Kopfradio.
Paul: Da kann ich mich nur anschließen! Und ich glaube, dass es kaum jemanden, der diese Zeilen liest, anders geht!
Pesca: Natürlich gibt es einige Dinge, die wichtiger sind, als Musik. Nur könnte ich diese Dinge ohne Musik in meinem Leben nicht genießen.

Am Schluss wieder ein kurze Fragerunde:

Geht Ihr in klassische Konzerte?:

Pesca: Leider nicht. Es ist schon sehr lange ein Wunsch von mir ein Streichorchester live zu erleben. Hat sich bisher irgendwie nicht ergeben.
Torben: Ebenfalls.
Paul: Ich war leider schon lange nicht mehr in einem solchen Konzert – muss aber auch dazu sagen, dass ich da nicht so bewandert bin. Abgesehen vielleicht vom Bereich der Minimal Music wie Steve Reich oder Philip Glass. Aber ich gehe gerne in Ausstellungen und schaue bzw. höre mir Klanginstallationen an.

Wenn die ganze Welt ein Orchester ist, welches Instrument wäre dann .computer..?

Pesca: Drei Typen, drei Instrumente: Delphin, Erdbeben und Big Ben.

Bands aus Berlin oder Hamburg, die Ihr uns und den Lesern empfehlen möchtet:

Torben: In Hamburg gibt es unglaublich viele gute Bands: Da wären z.B. Home Of The Lame vom Grand Hotel van Cleef oder Gisbert zu Knyphausen, der Gitarrensongs mit tollen deutschen Texten spielt.
Pesca: Sometree, Robosonic, Finn., Me Succeeds, A Dog Called Ego und noch viele mehr, die Euch allerdings auch bekannt sein müssten.
Paul: Na, in Berlin müsst ihr euch doch auskennen… Da gibt’s so viel… Aber ich hör gerad Raz Ohara. Und der sitzt zu einem Teil auch in Berlin, soweit mir bekannt ist.

Eure Pläne für 2009:

Paul: Neue Platte, viel spielen, und ein paar andere Kleinigkeiten, von denen ihr noch erfahrt.

Wir danken für das Interview und wünschen Euch alles Gute.

Tourdaten:

14.11.2008 Hamburg, Hanseplatte
27.11.2008 Kiel, Schaubude
28.11.2008 Meppen, Jam
29.11.2008 Oldenburg, Polyester-Klub
02.12.2008 Frankfurt, Das Bett
04.12.2008 Berlin, NBI (popmonitor.berlin.live, with Polaroid Liquide)
06.12.2008 Magdeburg, Projekt 7 (with Sometree)
07.12.2008 Hannover, Capitol (with Kettcar)
08.12.2008 Bonn, Brückenforum (with Kettcar)
09.12.2008 Bielefeld, Ringlokschuppen (with Kettcar)
10.12.2008 Karlsruhe, Festhalle Durlach (with Kettcar)
11.12.2008 Erlangen, E-Werk (with Kettcar)
12.12.2008 Kassel, Nachthallen (with Kettcar)
13.12.2008 Hamburg, Übel & Gefährlich (with Kettcar)
20.12.2008 Riepe, Padam (special show)

www.computerrock.de
www.myspace.com/computerrock

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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