COWBOY JUNKIES – Early 21st Century Blues


Coversongs als Stilprinzip: Songs von Dylan, Springsteen oder U2 in gewohnt fesselnder Neuinterpretation.



Nach ihrem hochgelobten Album One Soul Now vom vergangenen Jahr liegt nun also mit Early 21st Century Blues bereits der Nachfolger vor, auf dem sich ganz in der Tradition ihres meisterlichen Debüts The Trinity Session neben lediglich zwei neuen eigenkomponierten wieder einmal vorwiegend Song-Neuinterpretationen befinden, u.a. von Bob Dylan, Bruce Springsteen, John Lennon oder U2.
Als thematische Vorgabe lag den vielen, meist längst kanonisierten Song-Klassikern der Themenzyklus Verlust, Krieg und Hoffnungslosigkeit zugrunde, die die Band um MARGO und MICHAEL TIMMINS auch diesmal wieder in klassisches COWBOY JUNKIES-Gewand hüllt und äußerst leidenschaftlich interpretiert, um „ihn zu kanalisieren, den ‚early 21st century blues’…“ und „ein kleines Dokument der Hoffnung zu schaffen“.

Eigentlich überflüssig zu erwähnen, dass ihnen dieses Unterfangen auch auf dem neuen Album wieder äußerst grandios gelingt, schließlich haben sie dieses spezifische Terrain schon immer gerne und gekonnt beackert. Außerdem bürgen natürlich alleine Songs wie ‚License To Kill‘ (Bob Dylan), ‚Don’t Want to Be A Soldier‘ (John Lennon) oder ‚Brothers Under The Bridge‘ (Bruce Springsteen) für absolut gehobenes Songwriting-Niveau mit einer der speziellen Themen-Vorgabe angemessenen Prise Verzweiflung und vorsichtigem Optimismus, die in der gewohnt spartanischen, größtenteils aufs Essenzielle konzentrierten Umsetzung der Musiker und nicht zuletzt durch die eindringlich-berührenden Vocals von MARGO TIMMINS ihre intensive Wirkung so manches Mal noch um einiges potenziert entfalten.

Herausragend auf diesem insgesamt wie immer ungemein homogenen Folk-, Blues- und Rock-Potpourri sind neben den vielen wunderbar zurückgelehnten Neuinterpretationen sicherlich das mit elektrisierenden (Blues-) Gitarrenshots aufgefrischte Traditional ‚No More‘, die gefühlvoll-intensive Eigenkomposition ‚December Skies‘ oder das lässig groovende, mit überraschendem Rap und eigenen Lyrics angereicherte ‚Don’t Want To Be A Soldier‘ von John Lennon, dem dann abschließend noch eine bravourös entspannte Version von U2’s ‚One‘ folgt.

Die Frage nach der Notwendigkeit und Berechtigung eines weiteren Coveralbums sollte sich angesichts der in den ausgewählten Songs konsequent verfolgten inhaltlichen Maßgabe und eines in vielen Bereichen fragwürdigen weltweiten politischen und kulturellen Klimas zu Beginn des 21. Jahrhunderts diesmal auf keinen Fall stellen. Bei einer fantastischen, Coversong-erprobten Band wie den COWBOY JUNKIES eigentlich ohnehin nicht.


Tracklist:

License To Kill (Bob Dylan)
Two Soldiers (traditional)
December Skies (Michael Timmins)
This World Dreams Of (Michael Timmins)
Brothers Under The Bridge (Bruce Springsteen)
You’re Misssing (Bruce Springsteen)
Handouts In The Rain (Richie Havens)
Isn’t It A Pity (George Harrison)
No More (traditional)
Don’t Want To Be A Soldier (John Lennon)
One (U2)

COWBOY JUNKIES
21st Century Blues
(Cooking Vinyl/ Indigo)
VÖ: 01.08.2005

www.cowboyjunkies.com
www.cookingvinyl.com
www.indigo.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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