D.E.P. – Ob Du’s Willst… Oder Nicht!

D.E.P. - Ob Du's Willst... Oder Nicht!

„Statt den Nachwuchs hier zu fördern, wird im Ausland eingekauft. Nur das fertige Produkt zählt – Ein ewiger Kreislauf.“ Das sind korrekte Thesen, sofern man von der Indieszene absieht. Wer sie aber aufstellt, muss sich daran messen lassen. DOG EARED PAGES, kurz D.E.P., versuchen es rotzig.

Die endgültige Abkürzung des Bandnamens verbindet sich mit der Umorientierung des Kieler Quartetts von englischem Pop-Punk auf deutschen Power-Pop. Die ansehlichen Vorgänger Jolly Punker (2005) und Believe (2007) werden jedoch nicht ganz begraben, während man sich für Ob Du’s Willst… Oder Nicht! in die erfahrenen Hände von Arne Neurand (MONTREAL, REVOLVERHELD) gibt.

So müssen die Jungs zwar typische Deutschrock-Masche spielen, beweisen aber Bewusstsein für punkigere Strukturen und einprägsame Melodien. Die Texte sind einfacher geworden, dafür aber realitätsnah. Es geht zum großen Teil um Entscheidungen: zu einer Beziehung, zu einem anderen Leben oder einfach einer Partynacht.

Da wird ziemlich aufdringlich angebändelt (‚Hallo Sie‘) oder Korb gegeben (‚Sonne‘), wobei sich Sänger STEFAN SCHMIDT (Gitarre) mit seiner kernigen Stimme in der Rolle des netten Mistkerls gefällt. Denn auch ein Schürzenjäger (‚Gefährlich‘) darf seinen verletzlichen Kern zeigen: Das Drum-Intro und die drohende Trennung in der Ballade ‚Welt‘ erinnert an BOXCAR RACERs ‚There Is‘, während ‚Der Brief‘ vom Außenseitertum handelt.

Der kumpelhafte Let’s-Go-Song ‚Nichts Zu Verlieren‘ beschließt ein Album, das zwar hörenswerte Momente besitzt, dem es aber noch etwas an einem eigenen Stil mangelt.

D.E.P.
Ob Du’s Willst… Oder Nicht!
(Coast Rock)
VÖ: 09.07.2010

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