Dead Leaf Echo (US), Autist, VV & The Void + Justin Deaktivere | 12.04. | Urban Spree


Dienstag 12.04.2016
Live:
DEAD LEAF ECHO (NY, USA)
AUTIST
VV & THE VOID
JUSTIN DEAKTIVERE (LA, USA)
+ DJ BRANDON ROBERTS

Einlass: 20 Uhr
Abendkasse: 10 Euro

Urban Spree
(Friedrichshain, RAW-Gelände, Revaler Str. 99, S-/U-Bhf. Warschauer Straße)

DEAD LEAF ECHO

Es gibt da diesen semi-luziden Zustand, wenn man nachts im Bett die Augen schließt und Fotorezeptoren auf der Netzhaut noch eine Weile lang Signale senden. Ein wenig so, als würde auf der anderen Seite der geschlossenen Augenlider ein Feuerwerk stattfinden. Als wären da Geistererscheinung oder das Flimmern eines toten Fernsehbildes. Echos der Eindrücke des Tages. Man könnte es biochemisch erklären, doch in dem Moment liegt man mit vollem Bewusstsein in der Dunkelheit und das Nervensystem produziert Eindrücke, die keine äußere Entsprechung haben, die unser Gehirn nicht interpretieren kann.

DEAD LEAF ECHO aus Brooklyn funktionieren so ähnlich: Körper und Geist, die sich gegensätzlich zu einander verhalten. Sie klingen verzweifelt und entrückt, doch sie wissen ganz genau was sie da tun. Reverbgetränkte Gitarrenflächen wie schwerer, dichter Nebel, die präzise Hooklines und sorgsam durchdachte Pop-Affiliation doch nie völlig verdecken können. Wahrscheinlich haben sie deshalb mit Nouveau Wave eine Genre-Bezeichnung für sich festgelegt, die einerseits direkter (und berechtigter) New Wave-Verweis ist, andererseits jedoch ein unbelegter Begriff, den bislang kein anderer für sich reklamiert hat.

Ihr Debütalbum “Thought & Language“ (2013) hätte auch in den 1980er Jahren auf 4AD erscheinen können. Gemischt wurde es von John Fryer (Lush, NIN, Depeche Mode), während das Artwork von Vaughan Oliver (Pixies, Bauhaus) entworfen wurde, der damals die visuelle Identität des Labels prägte. Die Vielschichtigkeit und schiere Heavyness ihrer Gitarrentexturen und die brutale Lautstärke ihrer Liveauftritte fordern fast zwangsläufig Verweise zu My Bloody Valentine ein und doch sind Dead Leaf Echo so etwas wie eine clevere, vorsichtige Revolution des Shoegazing-Genres.

Denn dann sind da noch die ausgeprägte Catchyness von Single-Auskopplungen wie „Kingmaker“ oder “so.wrong“ und der oft zweistimmige Gesang. Die Schwermütigkeit von Sänger und Songschreiber LG Galleon in perfekter Harmonie mit den beinahe schwerelosen Vocals der weiblichen Protagonistin Ana Breton lässt Kritiker häufig auch den Begriff Dream-Pop bemühen.

Und schließlich tauchen in ihrer Musik immer wieder Ambient-Einflüsse auf. Sorgsam konstruierte Beatgerüste und geloopte Stimmflächen, wie in “heaven.sent.sleeper“ von der EP „true.deep.sleeper“ (2014) führen bis an jene Grenze, an der Indiepop in Abstraktion verschwindet. Dazu veröffentlichen DLE regelmäßig Remixe, die scheinbar vollkommen nahtlos noch tiefer in elektroide Welten führen.

DLE sind 2008 aus einem Künstlerkollektiv in Brooklyn hervorgegangen. Von Time Out New York bald als „some of the best live music in the city“ ausgerufen, hat die Band seit 2013 in den USA über 160 Konzerte gespielt. Sie waren mehrfach auf dem SXSW zu Gast und Headliner der 20. Jubiläumsausgabe des Beautiful Noise Festivals in Arizona. Sie tauchen regelmäßig in den CMJ Top 20 Indie Charts auf, die das Airplay von Collegeradios und nicht-kommerziellen Sendern kompilieren, spielten Live-Sessions auf KEXP und wurden eindringlich vom legendären Radio DJ Nic Harcourt in dessen Sendung „Morning Becomes Electric“ empfohlen.

Gute Bandnamen sind ausgesprochen rar. Dead Leaf Echo jedoch ist perfekt – lautmalerisch wie auch inhaltlich. Der Name stammt aus einer Schlüsselszene aus Nabokovs ‚Lolita’ – neben Hemingway wichtigster literarischer Einfluss von Texter LG Galleon. Er verdichtet in drei knappen Worten jene Grenze zwischen Besessenheit und wahrer Liebe, zwischen welker Realität und wuchernder Fantasiegebilde, die jede Beziehung durchläuft und an der sich die Texte von DLE immer wieder reiben und zerbrechen.

In Verbindung mit ihrer Musik wird daraus ein warmes Bad in klein gemahlenem Glas. Wird daraus strahlende Schönheit, die sich aus Wellen weißen Rauschens hinter geschlossenen Augenlidern erhebt.

www.deadleafechonyc.com/
www.facebook.com/deadleafecho
www.deadleafecho.bandcamp.com

AUTIST

AUTIST is a 3 piece live electronic band from Berlin that borders on a mix of psych, grunge, dance and punk. Formed in 2014, it consists of former members of the electro-punk band Aniaetleprogrammeur (2005-2013) and drummer Christopher Chartrand (Crystal Castles, Cauldron).

AUTIST is gloriously noisy, imaginative and fun, disturbing and danceable in equal measure. Its shards of thumping beats and razor guitar provokes exodus, manic and brutal dancing.

Since forming Autist have performed live in Berlin, Prague, Brno, Vienna and Warsaw as support for Ethan Kath of Crystal Castles and have also performed a slew of local headlining acts around Berlin and neighboring Europe.

The band have also recorded sessions with Jeremy Glover (Liars, Blonde Redhead, IAMX, Julian Casablancas & the Voidz) and have recorded, filmed and produced their own music videos and in house recordings.

Members: Gabriel S. (Guitars, Vocals), Julie B. (Keys, Synths), Christopher Chartrand (Drums)

www.autist.tv
www.facebook.com/autist.official

VV & THE VOID

Formed in Melbourne, Australia in 2014, Valentina Veil started VV & THE VOID and quickly gained the attention of followers, music writers, and producers in the international and underground music scenes of Melbourne, Los Angeles, Portland, Seattle, Berlin, and throughout Italy.

Early attention from her past bands as a multi-instrumentalist and songwriter with such acts as The Valentines and 1984, at a young age had the early achievements of being the opening act for artists like Peter Murphy from Bauhaus and Legendary Pink Dots, in Rome. After moving to Berlin, she joined a band called House of Light. Playing the synths and singing, they toured extensively in US, Europe, and Australia.

As VV & the Void, Valentina Veil has written, recorded, and produced her first full-length album, titled, “The Upper Room“. This debut album (set for release in Fall of 2016) was mixed by Lindsay Gravina (HTRK, The Birthday Party, Rowland S. Howard, Swervedriver) at Birdland Studios, in Melbourne, Australia.

Often described as ethereal, gothic, minimal-drone, noir, and dark wave, VV & the Void’s music is the singular celebration of earthly and lucid dichotomy of grace and disproportion, the feminine and the masculine, the moon and the sun, birth and death, and the war of consciousness from the perspective of unconsciousness.

VV is currently also designing her own jewelry. Her creations will be soon available for sale at her live shows and online.

VV & the Void is Valentina Veil (vox/guitar), Yuro Chain (bass guitar), Sven Claussen (synths). They will be touring and playing shows throughout Europe and the US, all year. Look out for their new album, “The Upper Room” this fall.

www.soundcloud.com/vvandthevoid
www.facebook.com/vvandthevoid

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