DEVENDRA BANHART – What Will We Be


Heute ein König.



Mutter des Neo-Hippies… blabla… Begründer des Weird-Folk… blablabla…. Zwitterwesen… bla.

Das Bild von DEVENDRA BANHART ist ziemlich festgefahren. Ein niedlicher Verrückter mit wuscheligen Haaren, flauschigem Bart und hin und wieder lustiger Gesichtsbemalung, der in seinen Liedern von niedlichen Tieren erzählt oder sich vorstellt, ein Baum zu sein. Zusammen mit Joanna Newsom, Anthony Hegarty und CocoRose bildete der 28-Jährige einst die Speerspitze der New Weird America-Bewegung. Doch es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass sich DEVENDRA BANHART mittlerweile zu ihrem König gemausert hat.

Das neue Album birgt keine Seepferdchen, keine kleinen gelben Spinnen, keine Geschichten von Trauminseln. Schade, denn das machte DEVENDRA BANHART doch so zauberhaft. Aber ist BANHART jetzt weniger zauberhaft, weil er es schafft, Dinge innerhalb eines Lieds auf den Punkt zu bringen? Irgendwie nicht. What Will We Be ist leicht wie Luftschokolade.

Ein paar Tiere tummeln ja sich immer noch auf dem Album, seien es nur die krächzenden Krähen am Ende von ‚Last Song for B‘ oder das Versprechen, dass exotische Vögel in des Hörers Haaren ausgebrütet werden sollen. Natürlich heißt auch ein Lied einfach ‚Rats‘. Doch, der bärtige Mann hat sich mit seinem siebten Album weiterentwickelt.

Die Lieder sind knapper und nicht mehr überinstrumentalisiert. Auch kommt es einem nicht mehr so verschroben vor. Was einmal Weird-Folk war, ist auf einmal nicht mehr weird. Naja, jedenfalls für das DEVENDRA BANHART-gewohnte Ohr. Er selbst nennt sein Genre jetzt Naturalismo.

Das ist im Großen und Ganzen trotzdem immer noch eine wilde Mischung. Ein Eintauchen in für BANHART-Platten neue Musikrichtungen eingeschlossen. Man probiert sich in Reggae und Jazz. Und was ist das beim Song ’16th Valencia & Roxy Music‘? Das ist… oh mein Gott, das ist POP!

Kein Angst, das ist gut. Außerdem geht es auch BANHART-typischer zu auf What Will We Be. Dreiteilige Suiten wie ‚Angelika‘ oder ‚Chin Chin & Muck Muck‘ machen aus einem einzigen Lied dann sogar dreifaches Hörvergnügen. Gesetzt den Fall, man kann sich der Stimme DEVENDRA BANHARTs erwärmen, die trotz so vieler musikalischer Veränderungen ihre zitternde Leichtigkeit beibehalten hat. Wimmernd winselt sich der Texaner durch die vierzehn Songs des Albums.

What Will We Be ist das DEVENDRA BANHART-Album, das einen Wendepunkt im künstlerischen Schaffen BANHARTs markiert. Er ist nicht mehr länger die spinnerte Hippie-Mutti. Mit den glänzenden Perlen die seinem Kopf entspringen ist DEVENDRA BANHART im Begriff, der König der Folkszene zu werden.

DEVENDRA BANHART live am 1.12. in der Passionskirche

DEVENDRA BANHART
What Will We Be
(Import/ Megaphon)
VÖ: 27.11.2009

www.devendrabanhart.com
www.myspace.com/devendrabanhart

Autor: [EMAIL=melanie.gollin@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Melanie Gollin[/EMAIL]

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