DIE STERNE am 21.01.2005 im SO 36

[B]Funky, groovy, rockig: Die Indiepop-Altmeister waren definitiv „Big In Berlin“. [/B]

Wegen eines Todesfalls in der Familie von Bassist THOMAS WENZEL musste der Gig der Hamburger im Oktober vergangenen Jahres ja leider abgesagt werden und wurde nun also im seit Wochen ausverkauften Kreuzberger SO 36 nachgeholt.

Ähnlich wie TOCOTRONIC, die anderen Mitbegründer und Urväter der Hamburger Schule und des krediblen Indie-Muckertums, schalteten auch DIE STERNE auf ihrem aktuellen, im vergangenen Jahr veröffentlichten Album [I]Das Weltall Ist Zu Weit[/I] einen Gang zurück und integrierten wieder verstärkt rockig-reduzierte Elemente zur Unterstützung der wie in ihren Anfangstagen wieder expliziteren, politlastigeren Texte in ihren Sound, ohne natürlich auf die charakteristischen, funky STERNE-typischen Grooves zu verzichten.

Also stellte man sich natürlich auch diesmal auf eine gewohnt gutlaunige und unterhaltsame Performance ein und war anfangs vielleicht noch etwas irritiert, als mit dem relativ ruhigen und psychedelisch angehauchten Opener ‚Wir Rühren Uns Nicht Vom Fleck‘ und unbekannteren Stücken sowie einem zunächst unter fehlender Feinjustierung und etwas schwachbrüstiger Durchschlagskraft leidenden Sounds alles etwas schleppend begann. FRANK SPILKER verwies aber sogleich mit ironischem Charme auf den intendierten Spannungsbogen als Antwort auf einige zu diesem Zeitpunkt doch etwas allzu ungeduldige Fan-Forderungen nach speziellen, vorwiegend altbekannten Glanztaten der Band.

Genau diese Ankündigung sollte sich – selbstredend – mit fortdauernder Spielzeit und einem sich schließlich einstellenden druckvolleren und differenzierteren Sound schließlich bewahrheiten. So wurden nach und nach die stärksten Songs des neuen Albums (‚In Diesem Sinn‘, ‚Hau Drauf Und Hau Ab‘, ‚Was Ist Hier Los‘) perfekt in den Reigen der zahlreichen, in der Tat mittlerweile zu smoothen Indie-Klassikern avancierten Stücke integriert, sodass sich spätestens nach dem obligatorischen ‚Big In Berlin‘ das erwartete ausgelassene Party-Feeling einstellte, wozu auch sympathisch ungelenke Tanz-Einlagen und augenzwinkernde, synchron dargebotene Rock-Posen seitens der Band beitrugen.
Zu weiteren Highlights gehörten zweifellos das unschlagbar dynamische ‚Wahr Ist Was Wahr Ist‘, der erste Hit ‚Universal Tellerwäscher‘, die Ton Steine Scherben-Reminiszenz ‚Risikobiographie‘ sowie am Ende des regulären Sets die den klassischen Indie-ROCK hochleben lassenden, altbekannten Hits ‚Was Hat Dich Bloß So Ruiniert‘ und ‚Die Interessanten‘.

Trotz der 0:3 Niederlage des HSV bei Bayern München („Wir spielen trotzdem weiter…“) ließen sich DIE STERNE gerne zu zwei ausgedehnten Zubabenblöcken mit einem äußerst gelungenen Mix aus älteren und neuen Songs wie ‚Hier Kommt Die Kaltfront‘, ‚Nur Flug‘ oder ‚Sorglos‘ auf die Bühne zurückapplaudieren, bevor nach einer erneuten Rückkehr auf die Bühne mit dem entspannt groovenden ‚Wir Sind Wie Du‘ vom aktuellen Album endgültig ein lässiger und äußerst ruhiger Schlusspunkt unter einen insgesamt großartigen, knapp zweistündigen Auftritt gesetzt wurde. „SO 36 Kreuzberg, vielen Dank, bis zum nächsten Mal.“ Gerne!

http://www.diesterne.de
http://www.v2records.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de? Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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