Diplo – Decent Work For Decent Pay: Collected Works Volume 1

Diplo - Decent Work For Decent Pay_Collected Works Volume 1

Eine Remixplatte? Klar, auch DJs haben Output. DIPLO alias WESLEY PENTZ hat sich als Producer und Remixer von US-HipHop, seiner Leidenschaft Baile Funk, aber auch von Indiebands einen guten Namen gemacht. Männer wie er und BECK stehen für die aktuelle Konvergenz der Musikstile. Sein zweites Album Decent Work For Decent Pay ist kein Best-Of, sondern eine kurzweilige, nicht vollständige Werkschau, die sich mit großen Namen schmückt. Mal sehen, ob der „Decent Pay“ berechtigt ist.

Lang ist DIPLO noch nicht im Geschäft, erst zu Anfang des Jahrtausends lernt er sein Handwerk. M.I.A. führt ihn 2004/2005 mit der Zusammenarbeit am Mixtape Piracy Funds Terrorism Vol. 1 und ihrem Debüt Arular in die Gesellschaft ein. Sein Song ‚Bucky Done Gun‘ wird als Single veröffentlicht, zudem kommt er bei Big Dada unter, wo sein erster Longplayer Florida erscheint. Von nun an geht alles ganz schnell. Stars wie KANYE WEST und BLOC PARTY gehören zu seinen Auftraggebern.

Den Start auf Decent Work For Decent Pay macht seine erste Single ‚Newsflash‘ (2003), ein fiependes Feature damals noch als DIPLODOCUS mit SANDRA MELODY. Natürlich darf auch M.I.A. nicht fehlen, deren Hit ‚Paper Planes‘ dank typischem US-Partyrap von BUN B und RICH BOY über Gangster und Bitches verschleißt. Schade ist auch, dass man sich dazu entschied, DAFT PUNKS ‚Harder Better Faster Stronger‘ nicht mit in das Album aufzunehmen.

Die Platte selbst zeigt sich im Beatbereich und auch, wenn es um technische Spielereien geht, eher zurückhaltend. Die Songstrukturen werden kaum aufgebrochen und in Routine abgemixt. ‚Reload It‘ zusammen mit Grimer KANO ist besonders gelungen, ‚Where Is Home?‘ (2007) von BLOC PARTY hörbar, genau wie ‚Solta O Frango‘ von BONDE DO ROLE. Letztere waren die ersten Künstler bei DIPLOS eigenem Label Mad Decent.

Mit ‚Lets Make Love…‘ von CSS. (2006) hat es ein echter Pornotrack auf das Album geschafft, unnötig dagegen ist der träge ‚Young Folks‘-Remix. An dem Vorzeigesong der Herren PETER BJORN & JOHN haben sich schon andere viel schlimmer die Finger verbrannt, das stimmt. Aber auch DIPLOS Versuch ist unnötig.

Wirklichen Mehrwert über die Compilation hinaus wurde leider kaum erarbeitet. Als Extras winken zwar MP3-Tracks und ein Video, aber hier heißt es wohl Fan sein. Auch für den DIPLO-Einsteiger natürlich geeignet.

DIPLO
Decent Work For Decent Pay: Collected Works Volume 1
(Big Dada/Rough Trade)
VÖ: 23.01.2009

www.myspace.com/diplo

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