DR. DOG – Be The Void


Wenn der beste Freund des Menschen einen Doktortitel hat, war der Drogencocktail gut gemixt.



Möchte man dem Winter-Blues etwas entgegenstellen, sollte man zur neuesten Veröffentlichung von DR. DOG greifen. Denn Be the Void ist eine geistreiche Kompilation von genre-übergreifenden Melodeien, die dem gefühlten Vater Frost den Garaus macht. Noch immer ist diese Band aus Pennsylvania Geheimtipp, obwohl sie ein vorzügliches Psychedelic-Rock-Album nach dem anderen produziert und dieser Tage bei Nummer 6 angekommen ist.

Mit Be The Void besinnen sich DR. DOG alter Tugenden: Kindern im Spielwarenhaus gleich, scheinen die Bandmitglieder alle noch so irrwitzigen Instrumente in Reichweite bespielt und aufgenommen zu haben. Genretreue hat dabei eine untergeordnete Rolle gespielt, und so changiert die Band selbst innerhalb der einzelnen Stücke leichtfüßig zwischen den Stilen. Es ist also keineswegs überraschend, dass beispielsweise ‚Heavy Light‘ Bongos, ein Klavier, einen Salzstreuer (als Rassel zweckentfremdet) und eine Sitar vereint. Die Verquickungen gelingen DR. DOG meisterlich. Ebenso zu hören auf der aktuellen Single ‚That Old Black Hole‘, welches mit einem hypnotisierenden Intro und zugehöriger, dumpf treibender Basslinie einleitet und benebelt, plötzlich beschleunigt, um sich sogleich zu überschlagen, noch ehe es geglückt ist, auf Tempo und Rhythmus einzusteigen.

DR. DOG sind wahre Connaisseurs des Grooves. Entziehen kann man sich demnach ihrer Platte nur schwer, und ebenso trägt die Dynamik, die sich durch zwei Leadsinger entwickelt, zum Suchtpotenzial bei. Trotz alledem zählt Be The Void zu jenen Platten, die mehrmaliges Abspielen verlangen, damit all die kaleidoskophaften Facetten ausgemacht werden können – so geschehen mit den gesungenen „Glissandi“ des Sängers SCOTT McMICKEN in ‚Lonesome‘ oder dem ausgefuchsten Tonartwechsel in ‚Get Away‘.

Wermutstropfen und leider auch typisch für DR. DOG ist der bisweilen flache Inhalt ihrer Texte. Auf Dichtung muss es einer Band auch nicht ankommen. Vor allem dann nicht, wenn man sich, wie auch in diesem Falle, darüber verständigt hat, dem musikalischen Aspekt Priorität einzuräumen und Emotionen mit Melodie und Arrangement zu transportieren. Aber manches Mal, wenn auch nicht oft, stört es dann doch, Varianten ein und derselben Geschichte vorgetragen zu bekommen. Diskutierbar ist zudem, dass DR. DOG sich stark an ihren Vorbildern anlehnen. Wobei zwar ihre Einflüsse klar zu benennen sind, die Band es aber versteht, weitaus eigenständiger zu sein als bloße Derivate von KINKS, BEATLES, BOWIE und Konsorten.

DR. DOG
Be The Void
(Anti/Epitaph/Indigo)
V.Ö.: 10.02.2012

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Autor: [EMAIL=alexandra.wolf@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

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