ECHOBRAIN – Glean

Vom Ex-METALLICA Bassisten JASON NEWSTED produzierter Alternative Rock, der prächtig gedeiht …

Die junge Formation um Drummer BRIAN SAGRAFENA und Gitarrist/Sänger DYLAN DONKIN wurde bei ihrem Debüt vor zwei Jahren infolge der Beteiligung des Ex-METALLICA-Bassisten JASON NEWSTED noch gerne als dessen neue Band bezeichnet, auf dem Nachfolger Glean betätigt er sich allerdings nur noch als ausführender Produzent, außerdem entstand das Album natürlich auch wieder mithilfe von NEWSTEDs Studio/Label The Chophouse.
Diesmal sind u.a. noch der Gitarrist und Keyboarder ANDREW GOMEZ sowie als NEWSTED-Ersatz am Bass DYLANs Bruder ADAM DONKIN mit von der Partie, getreu der ohnehin schon immer geltenden Devise, die Band als offenes Kollektiv mit der Möglichkeit zu netzwerkartiger Kooperation zu begreifen.

Dass ECHOBRAINs musikalischer Ansatz trotz der Mitwirkung von NEWSTED aber auch gar nichts mit METALLICA bzw. dem Metal-Genre zu tun hat und hatte, dürfte sich ja mittlerweile längst herumgesprochen haben, und auch good old NEIL YOUNG ist ja ein erklärter Fan der Band und nahm sie als Support auf seine Tour mit CRAZY HORSE mit, so dass sie sich nun auch in seinem Greendale-Film wiederfindet.
ECHOBRAIN bedienen sich vielfältiger Spielarten alternativer Rockmusik amerikanischer Prägung und sind –wie jede andere Band- natürlich um eine eigene, nachhaltige Trademark bemüht, was ihnen allerdings nicht immer gelingt. Die Songs auf Glean bewegen sich größtenteils zwischen episch aufgeladenen, heftig krachenden Alternative-Monstern wie ‚Jellyneck‘, ‚Out Of Reach‘ oder ‚Hardheaded Woman‘ und gefühlvollen, einen netten Lo-Fi-Charme versprühenden Akustik-Stücken, gelegentlich verlieren sie sich auch mal in ziemlich süßlichen 70er-Jahre-Reminiszenzen.

Insbesondere die erste Hälfte des Albums überzeugt mit anspruchsvoll-tiefschichtigem, hypnotischem Alternative Rock der Marke SOUNDGARDEN (häufige ‚Black Hole Sun‘-Assoziationen inklusive) oder ALICE IN CHAINS, oftmals gepaart mit überraschenden Versatzstücken aus Psychedelia und 70er-Jahre-Bombastrock, auffällig sind generell auch die gerne explizit eingestreuten PINK FLOYD-Zitate in Form wabernder Piano-/Keyboard- und charakteristischer Gitarrensounds der Dark Side Of The Moon-Ära wie in ‚Beat As We Go‘ oder ‚Nobody‘.

Leider schießen ECHOBRAIN aber auch so einige Male übers Ziel hinaus, so dass das ein oder andere Mal weniger mehr gewesen wäre. Klar, die Grenze zwischen gefühlvoll Balladeskem und angekitscht Klebrigem ist immer schwer zu ziehen, doch in ‚Modern Science‘ beispielsweise gehen sie mit den penetrant aufdringlichen, fast an ELO gemahnenden Harmoniegesängen dann doch etwas zu weit.
Insgesamt bleiben diese und andere, sicherlich ihrem offenen Umgang mit Genregrenzen und ihrer großen Spiel-Leidenschaft geschuldeten Eskapaden aber die Ausnahme, so dass sich über knapp 60 Minuten größtenteils ein gleichermaßen kraftvoll rockendes und lässig-verspieltes Opus erstreckt.


ECHOBRAIN
Glean
(Surfdog/ Neo/ Sony)
VÖ: 10.05.04

http://www.echobrain.com

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