EIGHT LEGS – Searching For The Simple Life


If music be the food of love, play on…



Und wieder mal „the next big thing“ von der Insel. Diesmal in Form von vier Frühzwanzigern aus Stratford-upon-Avon, Geburtsstätte von William Shakespeare und Heimat der 2007-Durchstarter Klaxons.

Die Biografien gleichen Vorgängern und Mitstreitern im Wettbewerb um ein Stück vom großen Ruhmeskuchen. Allerdings kommen diese Jungs weniger aus der Prollecke à la Arctic Monkeys, sondern bedienen die intellektuelle Schiene, wie zum Beispiel Franz Ferdinand oder Art Brut, mit denen sie den Produzenten John Fortis teilen. Britrock für Bücherwürmer, wie die FAZ einst die Musik Maximo Parks betitelte, ist auch auf EIGHT LEGS zutreffend. Die Gründungsmitglieder Jack und Adam kennen sich bereits aus dem Kindergarten, später rekrutieren sie Sänger Sam Jolly in der Theater-AG.

Die Vermutung liegt nahe, dass die vier mittlerweile einen Stylisten haben, der ihre knabenhaften Körper im angesagten Slim-Jeans/Schwarz-Weiß-Look kleidet. Vielleicht wurden sie auch einfach nur inspiriert von ihrer Arbeit am Soundtrack für die Dior-Homme-Sommerkollektion. Eine weise Wahl, schließlich hat dies vor ihnen auch schon den Rakes oder Razorlight die Aufmerksamkeit der Meinungsführer beschert. Sie scheinen entweder einen sehr guten Instinkt oder ein extrem cleveres Management zu haben und sie schulden Pete Doherty mindestens einen Gefallen. Hat Letzterer dazu beigetragen, Dior-Chefdesigner Hedi Slimane mit seinen androgynen Anzügen in der Welt des Rock`n`Roll zum bevorzugten Ausstatter zu machen, drehen die EIGHT LEGS den Spieß um und lassen sich gleich mal vom Meister persönlich ablichten.

EIGHT LEGS werden des Öfteren mit oben genannten Bands oder auch Bloc Party verglichen, sie selbst sehen ihre musikalischen Vorbilder eher in Bands wie den legendären Velvet Underground. Ihr Debüt Searching For The Simple Life reiht sich klanglich und ideell, auch wenn sie dies sicherlich nicht gerne hören würden, nahtlos zwischen die Kaiser Chiefs und Kooks ein. Vor allem bei der Hitsingle ‚Blood.Sweat.Tears‘ lässt sich auch ein bisschen Libertines und natürlich Art Brut heraushören.

Was angenehm auffällt, ist die frische, energetische Jugendlichkeit und fast schon naive Direktheit, die sie vor allem bei Livegigs gewinnbringend einsetzen. Und auch wenn sie über typische Themen englischer Adoleszenten auf der Suche nach sich selbst singen (allerdings immer mit dem gewissen intellektuellen Twist), schimmert nicht selten ihre noble Herkunft durch. Sätze wie „Sometimes it’s funny how eloquent sounds eloquence“ aus dem wirklich großartigen ‚Spilt Milk‘ hätte Macbeth nicht schöner sagen können.

EIGHT LEGS
Searching For The Simple Life
(Weekender Records/ Indigo)
VÖ: 01.02.2008

EIGHT LEGS am 05.03.08 live in Berlin/ Bang Bang Club

www.eightlegs.co.uk
www.myspace.com/eightlegs

Autor: [EMAIL=sandra.wickert@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Sandra Wickert[/EMAIL]

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