THE BIANCA STORY – Hi Society!


Ästhetik (gr. aísthesis: sinnliche Wahrnehmung)…



Schweiz = Alpenidyll + Fondue? Weit gefehlt! Dort passiert etwas. THE BIANCA STORY machen sich dieser Tage mit ihrem Debüt Hi Society! unterm Arm auf den Weg in das Bewusstsein melodiephiler Menschen. Gegründet hat sich das Quintett im Umfeld von Musik- und Kunsthochschulen, welches den Boden für ein kreatives Pflänzchen lieferte. So bewegt sich der Output nicht „nur“ in den Grenzen der Musik, sondern, auch der optische Sinn darf gefordert werden: ob Videoinszenierung, ansprechend minimalistisches Homepage-Design oder die multimediale Installation über Reifungsprozess einer Band des Drummers Fabian Chiquet (derzeit in einer Ausstellung in Zürich zu sehen). Ästhetik scheint also nicht nur das Stichwort für die Platte gewesen zu sein.

Hi Society! birgt überlegtes Arrangement und Vielseitigkeit, ohne dabei verkopft zu wirken. So Elia Rediger, Sänger der Band: „Musiktheorie, klassische Gesangsausbildung und Musikgeschichte alleine können weder unterhalten noch Emotionen auslösen. Mit unserer Musik eine eigene Welt zu kreieren und diese auch zu überliefern, ist für uns allein der Drang, dem wir folgen. Es muss einfach raus, sofort!“

Schon kurz nach ihrer Gründung hatten THE BIANCA STORY die Möglichkeit ihr durchweg gelungenes Debüt Hi Society! aufzunehmen.
Darauf vereint sind die Einflüsse von Wave und Postrock kombiniert mit tanzbaren Basslinien und bestimmt eingesetzten Synthesizern. Rediger ist gesegnet mit einer charismatischen Stimme, die sich ohne Umschweife wie Balsam auf die Basilarmembran legt. Gesangliche Unterstützung bekommt er von Anna Waible, die einmal die perfekte Ergänzung, an anderer Stelle einen spannenden Gegensatz bietet.

Auf dem Album finden sich Stücke mit unterschiedlichster Note, wie zum Bespiel die aktuelle Single ‚Paper Piano‘. Thematisiert wird hier die Kopierwut, die im Kreativen-Geschäft zwangsläufig bis zu einem gewissen Grad unumgänglich ist, aber eben auch dazu führt, dass sich Menschen mit anderer Leuten Lorbeeren schmücken: „A paper, a tape, a piano to pretend your work is mine…“. Eine vollkommen andere Richtung schlägt ‚Lover‘ ein, das das Spiel der Liebenden einfach auf den Punkt bringt und von Sekunde Eins durch sein Synthiethema und den treibenden Rhythmus mit unbedingter Sexiness aufwartet. ‚Fire Me‘ kommt dagegen in einem trockenen Gewand daher. Die Instrumentierung ist wohl reduziert und lässt so Raum für eine Atmosphäre von Kühle, die entsteht, wenn man merkt, dass man sich trotzt physischer Nähe psychisch entfernt. Alles in allem sind die Songs mit einer Dynamik ausgezeichnet, die einen immer wieder die Repeat-Taste drücken lassen.

Mit Hi Society! ist THE BIANCA STORY ein beachtlicher Erstling gelungen. Sie haben einen Stil zu eigen, der populäre wie künstlerische Ansprüche zu befriedigen vermag. Mit ihrer Mixtur aus experimentellen Soundfragmenten, Beat, Synthiepop und schlicht und einfach Rock ’n Roll überzeugen die Schweizer auf ganzer Linie.

THE BIANCA STORY
Hi Society!
(Rodeostar/ SPV)
VÖ: 25.01.2008

www.thebiancastory.com
www.myspace.com/thereissomethinghappening
www.rodeostar.de
www.78s.ch/2008/01/15/the-bianca-story-the-film-exklusiv-auf-78s

Autor: [EMAIL=alexandra.wolf@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

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