ELBOW – Leaders Of The Free World


Wie nicht anders zu erwarten: Die Band aus Manchester mit ihrem dritten Meisterwerk.



Nach dem meisterlichen Debütalbum Asleep In The Back (2001), auf das sie ja seinerzeit der Legende nach zehn Jahre hingearbeitet hatten und mit dem sie dann sofort Kritiker und Musikfans gleichermaßen begeistern konnten, und dem 2003 nachgelegten, nicht minder grandiosen Nachfolger Cast Of Thousands steht nun also das dritte Album der Band aus Manchester in den Plattenläden.
Auf den ersten beiden Alben zwischen opulentem (Prog-) Rock und gefühlvollem Britpop, zwischen hypnotischen Düsterepen inklusive sich lautstark entladener Rockmomente und verzweifelt-zerbrechlich anmutenden Melancholie-Preziosen mit der einmalig charismatischen und stets das Innerste berührenden Stimme von Sänger GUY GARVEY pendelnd, wussten beide dennoch mit beeindruckend stimmiger und ungemein reifer Kohärenz zu überzeugen.

Dreißig bereits vorwiegend während der letzten Tour geschriebene Songs für Leaders Of The Free World wurden schließlich im eigenen Studio The Big Room aufgenommen, und so kommt das neue Album nun wie die – eigentlich fast erwartete – Quintessenz aus beiden Vorgängeralben daher. Insgesamt wirkt es allerdings nochmals eine Spur homogener, und auf eine allzu opulente Instrumentierung mit Gospel-Einflüssen wie teilweise noch auf Cast Of Thousands wurde diesmal beispielsweise verzichtet.

Oft und gerne mäandern ELBOW auch diesmal in Songs wie ‚The Stops‘, ‚An Imagined Affair‘ oder ‚The Everthere‘ in relativ ruhigen, piano- und streicherumschmeichelten Akustik-Gefilden, die an einige ihrer schönsten Songs wie ‚Red‘ oder ‚Fugitive Motel‘ erinnern. Doch auch die andere Seite der Band findet natürlich ausreichend Berücksichtigung, beispielsweise im zur zweiten Songhälfte überraschend voluminös lostretenden Opener ‚Station Approach‘, im verschmitzt instrumentierten und von GUY GARVEY ebenso vorgetragenen ‚Picky Bugger‘, natürlich in der auf hymnischen und wehmütigen Pop setzenden aktuellen Single ‚Forget Myself‘ oder im mit einem vehement im Vordergrund stehenden verzerrten Gitarren- bzw. Bassriff aufwartenden Titelsong.

ELBOW präsentieren sich auf Leaders Of The Free World voller Leidenschaft, Selbstbewusstsein und Optimismus, überzeugen mit einem verstärkt introspektiven Songwriting und guten, diesmal vermehrt politischen Texten und knüpfen insgesamt locker und leicht an ihre ersten beiden fantastischen Alben an.

ELBOW
Leaders Of The Free World
(V2/ Rough Trade)
VÖ: 12.09.2005

www.elbow.co.uk
www.v2records.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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