
ELKE BRAUWEILER (PAULA, COMMERCIAL BREAKUP, THE STRING THEORY) ist wieder da mit einer EP aus fünf Liedern. Doch in denen stecken 30 Jahre Musikerfahrung. Ihr altes Duo lebt hier neu auf, denn vier Tracks sind von ihrem Paula-Partner BEREND INTELMANN produziert worden.
Düstere Retro-Synthies erklingen auf dem Titelstück und Brauweilers unverkennbare Stimme fließt einem ins Ohr. „Grün und Blau sind die Farben, die mich führ’n und rühr’n in dieser Zeit.“ Klingt das nicht nach „Grün & Blau“ von FEELING B? Wenn dem so ist, zeigt sich die Berlinerin hier als Popmusik-Historikerin der Hauptstadt.
Die relativ spartanische Instrumentierung wird auf „Ich Treff‘ Dich…“ fortgesetzt. Hier erzählt Elke von einer Bekanntschaft aus der Berliner Ringbahn, von der sie ständig träumen muss. Ein weiteres Berliner Original war die NDW-Band SPLIFF, deren Song-Cover „Heut Nacht“ als Fortsetzung des Bahnflirts im Bett genutzt wird. Zarte Chöre und sehnsüchtige Vocals wollen den Liebhaber festhalten: „Küss mich, bevor du gehst!“ In der Vergangenheit hat Brauweiler immer wieder Klassiker der deutschsprachigen Popmusik gecovert, u.a. „Berlin, Dein Gesicht Hat Sommersprossen“ von HILDEGARD KNEF. Nun geht es mit „Im 80. Stockwerk“ von der Knef weiter, denn die besungene „Stadt, die es nicht gibt“, dürfte Berlin und das wartende Mädchen Elke selbst sein. Rough krautige Beats zeigen die Enttäuschung.
Zum Abschluss wird Berlin als „Dunkle Welt“ inszeniert. Elke läuft nachts einsam nach Haus. Die Künstlerin zeigt sich verletzlich und an Elektro orientiert.
Elke Brauweiler
Grün Und Blau EP
(The Orchard)
VÖ: 02.10.2026