EMA – Exile In The Outer Ring

Der Titel des dritten EMA-Albums ist ein zweischneidiges Schwert. Exile In The Outer Ring, das verweist zum einen ganz persönlich auf den Wegzug von ERIKA M. ANDERSON, die für die Aufnahmen den inneren Kreis des harmonischen Hipster-Hafens Portland hinter sich ließ, um bewusst die künstlerische Konfrontation mit den Realitäten der Trump’schen USA zu suchen. Zum anderen ist freilich genau hier, im (Sozial-)Politischen, das Sujet der Verhandlungen in den elf Tracks des Nachfolgers von The Future’s Void (2014) angelegt: die Entfremdung des äußeren Rings, mithin der Küstenstreifen in Ost und West, vom Heartland der Vereinigten Staaten.

Der Sound, den Anderson für diese wiederholt explizit Auseinandersetzung („Aryan Nation“, „Where The Darkness Bgins“) findet, ist naturgemäß rau, stellenweise geradezu brachial (etwa im programmatischen Hit-Kracher „I Wanna Destroy“), bewahrt sich hinter Wut und Frust aber auch eine tiefe, die eigene Menschlichkeit verankernde Verletzbarkeit, die in erschütternd brüchigen, offen wunden Tracks wie „Blood And Chalk“ oder „Always Bleed“ zum Ausdruck kommt. So erreicht Exile In The Outer Ring gerade in seinen vordergründig einander widersprechenden Stimmungen eine Fulminanz und Schlüssigkeit, wie sie nur die großen künstlerischen Positionen auszeichnet. Anders: Eines der wichtigsten Alben der Stunde.

EMA
Exile In The Outer Ring
(City Slang / Universal)
VÖ: 25.08.2017

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