EUROS CHILDS – Chops

Gorky’s Zygotic Mynci-Frontmann mit schönem Solodebüt zwischen Party und Gefühl.



Trotz mittlerweile gut 13-jährigen Wirkens im Musikbiz dürfte die walisische Band mit dem ungewöhnlichen und auf Anhieb nicht unbedingt leicht auszusprechenden Namen zumindest hier zu Lande den Wenigsten ein Begriff sein. Waren sie Anfang/Mitte der 90er noch eher experimentell und verspielt unterwegs, bestachen ihre letzten Veröffentlichungen mehr und mehr durch einen eingängigeren, psychedelisch gefärbten Folkpop wie man ihn inzwischen auch von der Neo-Folk-Bewegung bzw. vom „Wyrd Folk“ beispielsweise eines Devendra Banhart kennt. Eigentlich waren Gorky’s Zygotic Mynci in all den Jahren ihrer Zeit auf gewisse Weise schon immer ein wenig voraus.

Zurzeit gönnen sich die umtriebigen Weirdo-Folkies eine wohlverdiente Pause, die Frontmann EUROS CHILDS nun also für die Veröffentlichung seines bereits länger geplanten ersten Soloalbums genutzt hat. Mit dem für ihn sicherlich etwas überraschenden Vorsatz „to get as close as I could to party music“ wollte sich EUROS also von vornherein vom musikalischen Ansatz seiner Band abgrenzen.

Nach dem zunächst noch irreleitenden brüchigen Opener ‚Billy The Seagull‘ gelingt dieses Unterfangen zunächst besonders eindrucksvoll mit dem als Single ausgekoppelten, beihnah schon übertrieben synthetisch aufgeladenen Pop-Stanzer ‚Donkey Island‘, der entfernt an Blur’s ‚Boys And Girls‘ erinnert, sowie dem folgenden, eine ähnliche Richtung einschlagenden, walisisch intonierten ‚Dawnsio Dros y Mor‘.
Diese durchaus tanzkompatible Partytauglichkeit wird dann allerdings im Folgenden insbesondere zugunsten eines zurückgenommenen, wunderbar gefühlvollen und pianolastigen Songwriterpops (‚Stella Is A Pigmy‘, ‚Circus Time‘, ‚Surf Rage‘) immer wieder durchbrochen. Ebenso zeugen der humorige Countrysong ‚My Country Girl‘, der rockige Singalong ‚Hi Mewn Socasau‘ oder der monoton plätschernde, dennoch wunderschöne Synthi-Folk im achtminütigen ‚First Time I Saw You‘ von EUROS’ großem Ideenreichtum.

Letztlich ist Chops also – zumindest nach gemeinhin gängiger Definition – doch nur in Ansätzen eine Partyplatte, auf der EUROS CHILDS gekonnt zwischen den Stilen variiert und den von den Gorkies bekannten psychedelischen Folkpop zwar größtenteils nur dezent anreißt, aber auch keineswegs verleugnet.

EUROS CHILDS
Chops
(Wichita/ Cooperative Music)
VÖ: 17.03.2006

www.wichita-recordings.com
www.euroschilds.com

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail