FIELD MUSIC – dto.


Leicht verquerer, dennoch stets wunderbar funkelnder Indiepop aus dem Nordosten Englands.



FIELD MUSIC stammen aus dem Nordosten Englands und kommen aus dem Umfeld von u.a. The Futureheads und Maximo Park, sprich einer Szene, die sich gegenseitig schätzt und unterstützt (und auch schon mal in der Band des jeweils anderen aushilft). Nicht von ungefähr also bezeichneten Zweitgenannte Ende vergangenen Jahres die Band um den Nukleus ANDREW MOORE und die Brüder PETER und DAVID BREWIS als große Hoffnung für 2006.

Mit den genannten Bands aus ihrem direkten Umfeld hat das aber alles höchstens sehr entfernt zu tun, bedienen sich FIELD MUSIC auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum doch äußerst vielschichtiger Indiepop-Spielarten und bestücken diese zusätzlich noch mit allerlei überraschenden und in diesem Kontext zunächst ungewöhnlich anmutenden Ingredienzen aus 70er Glam- und Progrock.

Allzu vorschnell könnte man angesichts des einem sich zunächst etwas zögerlich erschließenden Sounds fast von „70er Genesis/Yes-Artrock auf Indie gebürstet“ sprechen, was zum einen auch an der oftmals irgendwie – zumindest entfernt – an Peter Gabriel oder Fish (Marillion) erinnernden Stimme, zum anderen aber auch an den auf kristallin-verspieltem Piano-/Gitarren-Fundament überwiegend kunstvollen, manchmal durchaus hippiesk anmutenden und mit überraschenden Wendungen und Umkehrungen verschmitzt spielenden Songstrukturen liegen mag. Insbesondere wegen der stets durchschimmernden (Psychedelic-) Folk-Note kann man das aber auch prima mit aktuellen Indiepop-Darlings wie Arcade Fire oder eher noch britischen Weirdo-Sympathen wie Gorky’s Zygotic Mynci oder den Super Furry Animals assoziieren.

In Songs wie ‚If Only The Moon Were Up‘, ‚You Can Decide‘ oder ‚Got To Write A Letter‘ kommen FIELD MUSIC aber auch ebenso eingängig mit enormem Hit-Potenzial, einer sympathischen Prise Soul, entwaffnender Frische und erhabener Schönheit daher, während an anderen Stellen hypnotisch-reduzierte Gitarrenriffs unter der Oberfläche funkeln und gar vor tempoverschleppenden, nahezu dissonanten Noise-Einschüben in bester Sonic Youth-Tradition nicht zurückgeschreckt wird (‚Tell Me Keep Me‘, ‚Shorter Shorter‘).

Auch wenn die abgedroschene Floskel „Unbedingt mehrmals hören“ ja eigentlich für jedes halbwegs interessante neue Album gilt, sei sie in diesem Fall trotzdem noch einmal besonders strapaziert.
Ein fabelhaftes (Indie-) Pop-Album zwischen (frühen) Genesis, XTC und Super Furry Animals, eigentlich schon jetzt ein kleines Meisterwerk.

FIELD MUSIC
Field Music
(Memphis Industries/ Cooperative Music/ Rough Trade)
VÖ: 17.02.2006

www.memphis-industries.com
www.cooperativemusic.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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