FIRST TAKE Vol. 14: Disco Darlings und Dukes

Heute mit: DISCO DARLINGS und DUKES

DISCO DARLINGS

Die DISCO DARLINGS veröffentlichen eine neue EP. Zwei weitere und einen Longplayer haben sie bereits in der Tasche. Die 2001 gegründete Berliner Rockband legt mit Riot In An Upgraded Ghetto ein weiteres Kapitel „Suche nach ihrem eigenen Sound“ vor. In der Eigendarstellung, und das macht sie schon mal grundsympathisch, bevorzugen die DISCO DARLINGS satirische Selbstgeißelung, produzieren sie doch „…vom Mainstream beeinflusste Musik ohne Rhythmus, in der unterbesetzten Viererformation. Ihre Musik wirkt ziemlich unengagiert und uninspiriert und auf ihrem zu billigem Demo klingen sie unausgereift und unprofessionell.“

BUBBA JK (voc., guit.), ANDRU GIANT (dr), JACKY JACKSON (bass, backvoc.) und STEVE MC Q (guit.) – gute Künstlernamen sind das A und O in diesem Geschäft – bewegen sich mit dem neuen Material in einem Spektrum von Grunge, Garagen- und Indierock. Das führt mal zu härteren Riffs, mal zu launischen Gitarrengrooves, abgestimmt von sympatischen Querköpfen.

JK, der solo auch unter seinem bürgerlichen Namen Kupillas den Singer/Songwriter gibt, singt mit einer lässigen Beiläufigkeit, als würde er am Tisch Neuigkeiten erzählen. Es sind ausgefeilte Geschichten aber auch Rechtfertigungen wie: „We just want someone to talk to.“ Dementsprechend ist das Gesamtwerk vor allem zum Lauschen gemacht. Tanzbar ist noch am ehesten das exzellente erste Stück ‚The Making Of The Band‘, in dem man mit subtilem Humor über die Mechanismen des Musikbiz sinniert.

Man ist musikalisch auf dem richtigen Wege. Von den Livequalitäten der Jungs kann man sich in nächster Zeit selbst ein Bild machen: am 5. Mai 2007 sind die DISCO DARLINGS im Else-Club (Berlin-Treptow) angekündigt.

www.discodarlings.de
www.myspace.com/discodarlings

DUKES

Wie stellt man sich ein ganz schrecklich schlimmes Rockalbum vor? Richtig: Es ist schwarz und mit so Totenschädeln, Flammen und Würfeln verziert. Ulkig eben. All das bietet das erste Livealbum der Berlin-Kreuzberger DUKES. Leider nicht mehr.

RODNEY (voc., guit.), VANZAN (guit.), STEVE STONE (bass) und MR. BALEONE (drums) gründeten sich 2005 sicher mit dem Vorhaben, den Kneipen-Rock’n’Roll wieder fein zu machen. Da noch keine Studio-LP vorliegt, muss sich der geneigte Fan mit sechs Titeln zufrieden geben, die Live-Aufnahmen eines Gigs anlässlich des sechsten Geburtstages des Berliner Sage Clubs vom 23.11.06 darstellen.

Freundlich wird das Publikum mit „Ihr wollt auf die Fresse?! Ihr kriegt auf die Fresse!“ begrüßt. Es folgen Songs, die in der Tat nicht überraschen. Simple Akkorde werden geschlagen und altbekannte Gitarrensoli gespielt.

Texte, die man nüchtern zu einfach und betrunken zu kompliziert findet, tragen junge Männer mit Bärten und langen Haaren gröhlend vor (siehe Booklet). Optisch stimmt einfach alles. Allerdings hat man, neben allem Posen, den Inhalt vergessen. Es reicht nicht, möglichst viele „Fuck Yous“ in einen Text, bestehend aus Schüler-Englisch, einzubauen, um glaubwürdig zu sein. Das wirkt dann ziemlich pubertär. Hier unterschätzt man doch arg die Rockgemeinde.

Nun ist aus den bisher aufgenommenen Songs auch nicht viel herauszuholen und man möchte RODNEY auf seine Frage ‚Are You Scared‘? direkt „No.“ antworten. Der Klangqualität der Liveaufnahme ist es sicher geschuldet, dass den Drums die Härte fehlt, nicht aber das einfallslose Gitarrengedudel. Klar, Gitarre spielen können die Jungs, doch nach gut einer halben Stunde ist der Spuk vorbei und nichts bleibt hängen. Da ist jeder zweite Song ihrer Vorbilder Motörhead einprägsamer.

Trotzdem der Autor jetzt möglicherweise zu den Leuten gezählt wird, „die euch sagen, wie Ihr Euer Leben zu leben habt“, meint er: Verschwendet kein Geld! Und sagt: „Ey, fuck you!“

Foto: © DISCO DARLINGS / DUKES

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