Fog – Ditherer

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Das vierte Album der Experimental-Rock’n’Roller FOG ist veröffentlicht und lässt den Hörer wieder im sprichwörtlichen Nebel. Was hat er da vor sich?

1999 gegründet, machten die Herren ANDREW BRODER, MARK ERICKSEN und TIM GLENN bereits hierzulande von sich reden, durchtourten Europa und Nordamerika. Für ihre neue LP haben sie sich Gäste ins Boot geholt: LOW, WHY?, PHIL ELVERUM, ANDREW BIRD und andere.
Es beginnt mit einem langen Computerzirpen, das sich schon bald mit E-Gitarren vermengt, die den Weg zu Rock’n’Roll freigeben und seltsame Texte untermalen. Mit ‚We Will Have Vanished‘ startet das Album in die vorwiegend von Indierock beherrschte erste Hälfte. Doch woher kommen die ständigen Elektronik-Spielereien? Und rappen die jetzt plötzlich (‚Inflatable Ape Pt.3‘)?

Bei ‚I Have Been Wronged‘ glaubt man sich zunächst in einem klassischen Pop-Stück. Es ist von Trennungen und Fehlern die Rede. Doch dann scheint man sich an Rock zu erinnern, der Refrain verschwimmt in ein „Damm, damm, damm…“ und der PC wird wieder eingesetzt. Plötzlich tritt Ruhe in das Chaos, das sich genauso plötzlich wieder auflöst. Wer sich für FOG Zeit nimmt, entdeckt immer weitere Ideen und Genrezitate.
‚You Did What You Thought‘ leitet die Folksongs ein, artet aber in eine interessante Mischung aus Rock mit Musicalgesang aus (Wer „Jesus Christ Superstar“ kennt, wird wissen, was gemeint ist).

Nachdem man sich mit HipHop-Beats in der Disco ausgetobt hat, wird man von den Geigen eines Trauermarschs („Ditherer“) in die weite Welt des Folkpop entlassen. Da kommen Drums und Trommeln zum Tragen, schwermütig-einsame Gitarren erklingen und dennoch bleibt man trotz der allgemeinen Beunruhigung optimistisch: „We win this together. Son, your beef is mine!“

Nach diesem Album sollte klar sein, dass Rock’n’Roll überall Anknüpfungspunkte findet, ohne dabei an Dynamik und Lässigkeit zu verlieren. Wenn sich FOG auch als Avantgarde-Künstler verstehen, so fehlt ihnen nur noch ein Quäntchen mehr Eingängigkeit, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

FOG
Ditherer
(Lex Records/ Rough Trade)
VÖ: 17.08.2007

www.fogtimewaster.com
www.myspace.com/fogtimewaster

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