FRIENDS – Manifest!


Freunde mit gewissen Vorzügen.



Ross, Rachel, Joey, Monica, Chandler und Phoebe: Das kommt mir in den Sinn, wenn ich die Stichworte ‚Friends‘ und ‚New York‘ höre. Dann werde ich ganz wehmütig, denke an das legendäre ‚Central Perk‘, fantastische Song wie Smelly Cat, ein Äffchen namens ‚Marcel‘ und Tom Selleck in seiner bis dato besten Nebenrolle. Während die Sechs aus Manhattan in meiner ewigen Liste der besten Seriencharaktere stabil auf den oberen Plätzen stehen, haben sich, ganz aktuell, neue ‚Friends‘ in mein Herz geschlichen. Diese sind nur fünf an der Zahl, und bevor jetzt jemand denken könnte, es handle sich um Enid Blytons kindliche Detektive: ganz kalt. Diese hier sind nicht irgendwelche fiktiven Romanhelden, sondern zum Anfassen und Anhören, echt und real, kommen aus Brooklyn und machen verdammt coole Musik.

Bereits die Singles ‚Friend Crush‘ und ‚I’m His Girl‘ gaben einen Eindruck davon, was vom im Frühsommer erscheinenden Debütalbum Manifest! zu erwarten ist. Zwölf Tracks, die man en gros als Indie-Groove-Rock beschreiben könnte, wenn man denn so unvorsichtig wäre, FRIENDS irgendwie beschreiben zu wollen. Dann lieber kurz auflisten, was so rauszuhören ist: Synthies, dumpfer Bass, mal lo-fi, mal reichhaltig. Tonspuren, die eine ganze Reihe an Assoziationen loslösen: CYNDIE LAUPER, DE LA SOUL, BREEDERS, GARBAGE und Beverly Hills Cop. Produzent Paul Epworth, der sonst für ADELE, FLORENCE AND THE MACHINE oder THE RAPTURE tätig ist, hat hier ganze Arbeit geleistet, um das Neunziger-Jahre-Gefühl wieder aufleben zu lassen. Sängerin Samantha Urbani tut ihr Übriges und man ist, kaum dass man sich versieht, von ihrer hypnotisch-lässigen Stimme eingelullt, die zwischen PEACHES, SANTIGOLD und COURTNEY LOVE in deren besten Tagen pendelt.

Falls das jetzt irrtümlicherweise so klingen sollte, als wären FRIENDS ein bloßes Sammelsurium an Popmusikreferenzen: Iwo, die Band kann viel mehr und greift sich einfach das, was sie gut findet, wirft es in den Bandmixer und heraus kommt ein tatsächlich unverwechselbarer Sound. Benannt haben sich die Brooklyner Freunde übrigens nach dem gleichnamigen Album von den BEACH BOYS – deren eventuelle Einflüsse einzubauen sind sie allerdings noch schuldig geblieben.

FRIENDS
Manifest!
(Lucky Numbers/Cooperative)
VÖ: 01.06.2012

www.myspace.com/friends
www.cooperativemusic.de

Autor: [EMAIL=sandra.wickert@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Sandra Wickert[/EMAIL]

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