GIOVANNI FERRARIO – Headquarter Delirium


Velvet Underground fahren nach Italien.



Schon mal was von GIOVANNI FERRARIO gehört? Wahrscheinlich nicht, denn Musik made in bella Italia wird hierzulande eher wenig Beachtung geschenkt. Jenseits der Alpen allerdings ist Signore FERRARIO eine anerkannte Größe in der untergründigen Independentszene. Sein Ruf als kreativer Gitarrist hat es sogar so weit über die Landesgrenzen geschafft, dass Institutionen wie HUGO RACE oder JOHN PARISH die Zusammenarbeit suchen. Seit 97 spielt FERRARIO englischsprachige Platten mit seiner Band MICEVICE ein, denen in der italienischen Presse durchweg Anerkennung zuteil wird.

Während einer kleinen Pause, in der er diverse Indiekombos produzierte, kehrt der Italiener nun zurück, um sein Soloalbum Headquarter Delirium abzuliefern.
Beim ersten Anspielen ist man noch kurz vom leichten italienischen Akzent abgelenkt. Der fällt aber bald nicht mehr auf, wenn sich erst die verwirrende 70s-Psychedelicrock-Soundmelange zäh in die Ohren schiebt und den Hörer in einen deliriumsgleichen Zustand überführt. Scheinbare Ziellosigkeit durchwirkt das Album, streift dabei den Blues, Folk und Jazz und webt die Sounds aus dem Drumcomputer mühelos mit ein. Die Vielzahl an Elementen droht jederzeit sich wieder aus den Songs zu lösen und in ihre Einzelteile zu zerfallen.

FERRARIO gelingt auf Headquarter Delirium scheinbar Unvereinbares auf natürlichste Weise zu verknüpfen. Sphärische Harmonien verkettet mit schwerer Melancholie, Waveanleihen gepaart mit Songwritertum, Müßigkeit im Wechsel mit Unrast: FERRARIO schafft Konfusion und hievt die 60er/70er ohne Anstrengung nach 2008. Einen Anteil mag auch seine stimmliche Nähe zu LOU REED und IGGY POP, hier und da auch DAVID BOWIE haben. Eine Tatsache die den Coolnessfaktor auf Headquarter Delirium noch mal unterstreicht.

Ein fesselndes, unverkrampft lässiges Album hat GIOVANNI FERRARIO da veröffentlicht, welches Begeisterung entfacht. Auch PJ HARVEY kann sich den Qualitäten des Mannes aus Italien nicht entziehen und hat jenen prompt als Gitarristen für ihre in diesem Jahr erscheinende Platte mit JOHN PARISH engagiert.

Record-Release-Party (+ THE GRAND OPENING) am 21.05.08 im Schokoladen.

GIOVANNI FERRARIO
Headquarter Delirium
(Solaris Empire/ Broken Silence)
VÖ: 25.04.2008

www.giovanniferrario.com
www.myspace.com/giovanniferrario
www.solaris-empire.de

Autor: [EMAIL=alexandra.wolf@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

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