GIVE IT A NAME-Festival mit Jimmy Eat World, Sparta u.v.m. am 22.04.07 im ColumbiaClub

GIVE IT A NAME-Festival

Das Konzept ist nicht sehr einfallsreich, aber es funktioniert: Man nehme einen beliebten, zentral gelegenen Veranstaltungsort, sowie ein gutes Dutzend beliebter Szene-Bands und die Leute werden kommen. Trotzdem drei der geplanten Bands ausfielen, sorgten die verbliebenen elf dafür, dass jeder Geschmack, der auch nur ansatzweise von Crossover bis Emo zu verknüpfen ist, seine Bestätigung fand. So kann man von einem erfolgreichen, langen Abend (16:00 Uhr – 1:00 Uhr) in der Columbiahalle sprechen.

Schon etwas früher als geplant schlagen die US-Elektro-Punker MINDLESS SELF INDULGENCE am Nachmittag des 22. April die ersten Riffs an. Sänger LITTLE JIMMY URINE rappt exaltiert und akrobatisch über die Bühne. Wohl eher aus Frust über das noch lichte Publikum, das eher erstaunt vor dem Crossover-Allerlei steht, kickt er schließlich ein Bier über das selbe.

Völlig zu unrecht sind THE SLEEPING auf jedem Veranstaltungsflyer als letzte Band aufgeführt. Die Amerikaner liefern feinsten Emocore ab. DOUGLAS ROBINSONS gut trainierte Stimme kämpft sich durch fesselnde Grooves.

Anschließend besetzen die britischen GALLOWS die Bühne. Sie zelebrieren puren Emo. Um die Zuschauer mehr zu animieren, begibt sich ihr Sänger FRANK CARTER direkt unter sie. Auch wenn den Songs Eingängigkeit fehlt, weisen sie doch gutes Gitarrenspiel auf.

MEWITHOUTYOU schlagen mit ihrem poppigen Emo Brücken zur Akustik, wenn beispielsweise Frontmann AARON WEISS sich selbst mit einem Akkordeon begleitet, während Drummer RICHARD MAZOTTA in voller Fahrt agiert. Zudem werden die Stücke mit schön abgestimmten Gitarren gespielt.

Nach und nach wird es wirklich voll in der Halle. MOTION CITY SOUNDTRACK sind nun die erste Band des Abends, die ihren eigenen Fanblock mitbringt. Ihr typischer US-Teenpunkpop kann mit gut aufgelegten Musikern und zum Teil (unerwartet) komplexen Songstrukturen aufwarten. Alte Hits werden wie ‚The Future Freaks Me Out‘ mitgesungen. Aber man hat auch den neuen ‚For Real‘ dabei.

Zeit für die Nu Metal-Punk-Spezialisten ZEBRAHEAD. Augenscheinlich mit Spaß zieht man die ganze Palette der Fanspiele durch (Crowding, Crowddiving, Jumping). Neben dem deftigen Riffrock der Band leistet Drummer ED UDHUS fantastische Arbeit.

Punkiger im wahreren Sinne geht es bei MXPX zu. Typischer 90er Jahre-Punk mit Mitgröltexten eben. Zurzeit sind sie mit ZEBRAHEAD auf Deutschlandtour.

Darauf folgt wiederum ein eher „Spartenprodukt“: VOODOO GLOW SKULLS haben es nicht leicht mit dem Publikum. Zwar sind ein paar Fans heftig am Feiern. Das sind aber genau die Punkrocker, die sich auch für Ska begeistern können. Die Posaune und das Saxophon sind leider recht wenig zu hören. Die Maske des bebrillten Vocal-Singers FRANK CASILLAS fliegt schließlich ins Publikum, genau wie den ganzen Abend lang Sticks, Plektrums…

Auch SENSES FAIL haben jeden die etwas ruhigeren Song zu Hause gelassen und spielen klassischen Emo und Emocore. Dabei kann man sich auf einen guten Bassisten MIKE GLITA verlassen.

Abwechslungsreicher wird es wieder bei SPARTA. Hier bekommt man eine Art Verquickung von kühlem Emocore und Indierock auf die Ohren. Breite Klangwelten in melodischen, wie harten Songs kommen da zum Vorschein. Neben dem pathetisch singenden JIM WARD tut sich auch TONY HAJJAR am Schlagzeug hervor.

Die einzige Band, die sich an den Ablaufplan einigermaßen hält, ist die, auf die die meisten Zuschauer gewartet haben: JIMMY EAT WORLD. Allerdings spielen sie nur eine dreiviertel Stunde, so lang, wie man vorher in der Pause auf sie hatte warten müssen. In gewohnt perfekter Manier spielen sie Klassiker wie ‚Bleed America‘, ‚Your New Aesthetic‘ und auch ‚Futures‘ vom letzten eben so betitelten Album. Das liegt allerdings schon wieder drei Jahre zurück. Daher spielt man zur Vorfreude auf ein weiteres einen neuen Song. Wer jetzt noch nicht beglückt ist, war auf dem falschen Festival.

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