Glowing Elephant – Radioactive Creampieces

GLOWING ELEPHANT - Radioactive Creampieces

„Sahneschnitten“ nannte man früher leckere Mädels. Und dass da außer Karneval noch mehr aus Köln kommt, ist auch bekannt. Neu ist ein flotter Vierer, der sich als GLOWING ELEPHANT formiert hat, um ein bisschen Indie unter die Leute zu bringen. Was verspricht ihr glatt produziertes Debüt Radioactive Creampieces?

Die Band aus Anfangzwanzigern besteht aus Sänger FIN STERNY (Gitarre), Bassist RONBO, JYMME LUZZ (Gitarre) und Drummer MITCH HOLLIVER. Ihr erstes Album haben sie innerhalb eines Monats auf einem Bauernhof aufgenommen. Es beginnt viel versprechend, in ‚Bassman‘s Gallery‘ stellen sich zunächst leise lockere Gitarren ein, und man ist ein wenig an TRAVIS erinnert. Doch dann starten 60er-Jahre-Gesänge und -gitarren. Kleine Fanfaren ertönen und STERNY teilt uns mit, was die Intention des Ganzen zumindest nicht ist: „Success is not what we want.“ Tatsächlich?

Es schließt sich die drollige Single ‚Groovy Groovy‘ an. Hier wird zu rauschendem Verstärker und Piano-Geklimper vom ach so verrückten Rock-Lifestyle erzählt. Nein, das nimmt man STERNY nun beim besten Willen nicht ab. Nach den Tanzliedern darf in breiigem Midtempo gegrübelt werden. Gähn. Während das Label noch darüber fabuliert, ob die Songs von GLOWING ELEPHANT nun traurig oder fröhlich sind, ist die Antwort wie so oft: weder noch. Die dahinwabernden Arrangements und lahmen Gesangsparts lassen den Hörer planlos stehen.

Schlecht ist das Album aber nicht. Schöne sphärische Melodien mit Vogelstimmen und federleichten Gitarren bereiten den Weg für ‚In The Park‘. Dieser Song klingt ein wenig, als ob ASH einen schlechten Tag hatten. Auch der Titeltrack, wo man zu noisigeren Gitarren haucht und jault, könnte von ASH stammen (vergleiche ‚Obscure Thing‘). ‚Radioactive Creampieces‘ schafft endlich mal etwas Druck, und mit ‚How Long Must We Go There‘ ist eine nette Orgel-Ballade entstanden.

All das rettet die Platte, die daher ohne völlige Untiefen, aber auch ohne Höhepunkte auskommt. Damit ist sie potenziell überflüssig.

GLOWING ELEPHANT am 20.04.09 live in Berlin/ Knaack Club

GLOWING ELEPHANT
Radioactive Creampieces
(Abandon Records)
VÖ: 23.01.2009

www.glowingelephant.com
www.myspace.com/glowingelephant

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