Grimes – Art Angels

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Bonbonfarbenes Haar, selbsttätowierte Hände, käseweißer Teint – ganz von dieser Welt wirkt CLAIRE BOUCHER alias GRIMES nicht. Ihr neuestes Album Art Angels im Übrigen auch nicht. Auf der Suche nach Inspiration hat sich die Kanadierin die technische Expertise zum Produzieren angeeignet, Gitarre, Ukulele und Violine gelernt, und tobt sich nun entsprechend aus. Koreanischer Pop trifft auf fette 80er-Synths, Gitarren-Riffs und synthetische Strukturen, um die herum Boucher vergnügliche Hooks und zynische Lyrics baut.

Mit dem Opener „Lauging And Not Being Normal” beginnt das Album monumental mit Piano und Streichquartett, während „Kill V. Maim“ mit neckischem Cheerleader-Singsang inmitten pochender Beats und DEPECHE MODE-Keyboardlines spielt, stimmlich hyperfeminisiert, textlich hypermaskulinisiert. I’m only a man and I do what I can – cartoonhafter kann man geschlechtliche Rollenbilder kaum auf die Schippe nehmen. „Easily“ überrascht als liebliche Piano-Pop-Nummer vor einer Reihe von Club-Tracks, und mit „Flesh Without Blood“ legt GRIMES einen der womöglich besten Pop-Tracks und zuckersüßesten Fuck-Off-Songs seit langem hin. Kleine Details warten dabei an jeder Ecke: kuriose Drum-Beats, verzerrte Gitarren-Fetzen, impressionistische Loops zwischen hochgepitchten Vocals, geschickt eingebetteten Gegenmelodien und Samples. Das mag stellenweise die Aufmerksamkeit überstrapazieren, verschafft Boucher aber gewiss einen ganz eigenen Platz im Pop-Kosmos. Ein mutiges Ja zum Maximalismus.

GRIMES
Art Angels
(4AD)
VÖ: 11.12.2015

www.grimesmusic.com

Live

17.02.2016 Berlin – Astra Kulturhaus
18.02.2016 Hamburg – Docks
20.02.2016 Frankfurt – Gibson
21.02.2016 Köln – Live Music Hall

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