HOUSE WILLIAMS – Revolutionist

Lässig groovendes Country/Blues-Gebräu von den Nachfolgern der hessischen Kult-Sensation ANUS PRESLEY.

HOUSE WILLIAMS, die Nachfolger (mit nahezu identischen Mitgliedern) der für ihre wahnwitzigen Liveshows bekannten hessischen Kultkapelle ANUS PRESLEY, haben ihr Credo des kultisch im Verborgenen Wirkenden über Bord geworfen und legen mit Revolutionist nun erstmals ein auf Tonträger gepresstes Zeugnis eigener Songs in Albumlänge ab. Produziert hat neben Wolfgang Gottlieb kein Geringerer als Gordon Friedrich, der bereits für MARDI GRAS.bb, UNIVERSAL CONGRESS OF oder KOOL ADE ACID TEST tätig war.

Wüteten ANUS PRESLEY stets mit Vorliebe im unerschöpflichen Fundus der Rock-Historie und kreierten daraus quasi eigentlich immer durch den elektronischen Fleischwolf gedrehte waghalsige eigene Stücke, dominieren auf Revolutionist nun Eigenkompositionen, die wiederum ihrerseits nicht nur wegen solch eindeutig konnotierter Titel wie ‚My Hometown‘ oder ‚I’m Going To The River‘ auch musikalisch schnell Assoziationen zu Bekanntem aus Rock, Blues und Country hervorrufen.

Stets vom sowohl für den früheren als auch jetzigen Sound nahezu stilprägenden Beat des Roland MC 505 angetrieben, pluckern und grooven die zehn (+ ein Hidden Track) Songs im Kontext rock’n’rolliger Versatzstücke größtenteils mit einer ziemlich überraschenden Nonchalance äußerst unangestrengt über die gut 50 Minuten.
Natürlich finden sich auf dem Album auf der Grundlage dieser groovigen Entspanntheit immer auch der lauten Welt des Rock entliehene Elemente, so beispielsweise die oftmals wie aus dem Nichts kommenden und scheinbar von den unendlichen Weiten des amerikanischen Westens berichtenden, herrlich markant-atmosphärischen (‚My Hometown‘, ‚Second Chance‘) oder auch schweren, Blues-getränkten (‚Salesman‘) Gitarren sowie pulsierende Uptempo-Stücke mit Ohrwurmcharakter (‚Gina Laurena‘). Allerdings wird auch vor gefühlsduseligen, gar kitschigen Lovesongs mit grotesken „uhhhhhh uhhhhh“-Chören keinesfalls Halt gemacht (‚I’m The One‘).

Weiterhin gefallen natürlich die einen herrlich übertriebenen amerikanischen Slang pflegenden, knödeligen und gelegentlich wirklich coolen Vocals von Vorprediger JOSEF BERCEK (irgendwo zwischen HANK WILLIAMS und MARK E. SMITH), in einigen Songs großartig ergänzt vom eine erfrischende Soul-Note verströmenden gospelartigen Background-Gesang von ALEXANDRA GEORGI, was zusammen mit den musikalischen Ingredienzen diesen herrlich entspannten, soulig angehauchten groovigen Rock/Blues/Country-Cocktail ergibt.

Revolutionist kann insgesamt sicherlich als –wenn auch gemäßigte- Dokumentation der endlich auf Tonträger gebannten, von der Wetterau-Legende ANUS PRESLEY über lange Jahre verfolgten ureigenen Vision eines zeitgemäßen Rock’n’Roll betrachtet werden.

HOUSE WILLIAMS
Revolutionist
(Hazelwood/ Soul Food/ Universal)
VÖ: 01.03.04

http://www.housewilliams.de
http://www.hazelwood.de

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