I AM KLOOT live am 13.04.2004 in der Maria am Ufer

Ein Frühfrühlingsnachtstraum.

Es sollte ein ganz besonderer Abend im Maria werden. Die (Achtung: Neue Musikkattegorie) Brit-Folk Götter von I AM KLOOT (was zur Hölle heißt Kloot?!) hatten sich angekündigt und waren in voller Pracht erschienen. Und es wurde ein ganz besonderer Abend…
Schon im Vorfeld bei OBI tauchte sich das Maria in ein grün schimmerndes Licht und die Reflexionen von kräuselndem Wasser waren für den genauen Beobachter an den kalten Zementwänden zu entdecken. Ein süßlicher Geruch von frischgegährtem Malz erschlich sich fast unmerkilch des Raumes und das Gewicht das man auf die Waage brachte, reduzierte sich auf gar wundersame Weise auf ein Drittel. Nach dem gar elfischen Abgesang OBIs verfiel man jedoch wieder kurz in den Normalzustand, jedenfalls solange bis I AM KLOOT auf der Bühne Platz nahmen, und da … beim ersten Ton von ‚To You‘ rissen die Wände des Maria auf, um eine in Licht gefüllte Uferlandschaft zu offenbaren, die in alle erdenklichen Grüntöne getaucht war. Berlin war verschwunden und mit ihr der ganze urbane Dreck. Die Köpfe derer, die dir gerade noch in der Sicht gestanden haben, hatten sich in grasbewachsene Hügel verwandelt, über die man zu den Klängen von I AM KLOOT der aufgehenden Sonne, inmitten durch einen warmen Schauer von morgendlichem Niederschlag, entgegenlief um sich kurz darauf innerhalb einer beflügelten Schafherde zu verlieren. Ein Fluss aus dunkel gebrautem Bier ergoss sich zwischen den immer noch wachsenden Hügeln der schottisch anmutenden Landschaften, während ein dunkler Stern das sonnige Firmament durchschnitt. Das Licht dieses Sterns brach sich in den schneebedeckten Gipfeln der Hügel und schnitt sich in allen Farben des Regenbogens schillernd durch die flimmernde Luft. Innerhalb von Sekunden kam ein Sturm auf und die Windrose, die deinen inzwischen federleichten Körper ergriff, riss dich in ungeahnte Höhen. Man sah Herden von Wildbret die sich frei durch die Landschaft bewegten, Menschen aller Herkünfte lagen sich in den Armen und labten sich am Gerstensaft aus dem inzwischen reissenden Fluss. Plötzlich – Windstille, absolute Ruhe und Fallen – aber von Angst keinerlei Spur. Nach Minuten des Fallens, wie man es aus Träumen kennt, gleitet man ins feuchte, stetig wachsende Grass, goldgelbe Ähren kitzeln dich wie von vertrauter Frauenhand geführt. Aus der Ferne erklingt Applaus wird lauter und lauter und gipfelt in frenetischen Jubelstürmen … wieder Stille, die junge Frau neben mir sieht mich an als wäre ich ein Ausserirdischer … ich steh‘ wieder im Maria – Berlin hat mich wieder … jetzt weiß ich endlich, wer ich bin:… I AM KLOOT.

http://www.iamkloot.com

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