IAN BROWN – The World Is Yours


Godlike Genius.



Mit The World Is Yours legt der frühere Stone Roses-Frontmann sein viertes Soloalbum vor, das ihn knapp drei Jahre nach der letzten regulären Studio-Veröffentlichung Solarized wieder einmal in der ihm eigenen Höchstform präsentiert.
An mangelndem Selbstbewusstsein und einer state of the art-immanenten wahlweise nervenden oder sympathischen Großmäuligkeit litt die Baggy-Ikone ja ohnehin noch nie, sei es zu Zeiten seiner in der britischen Heimat hysterisch hofierten und bis heute in einer Reihe mit urbritischen Indie-Darlings wie New Order, The Smiths oder Oasis verorteten Stone Roses Anfang der 90er oder anschließend als eigenwilliger, aber immer auch visionärer Solokünstler.

Griff „King Monkey“ auf seinem ersten Album Unfinished Monkey Business (1998) nach mehrjähriger Schaffenspause sicher noch am ehesten in die Soundkiste der Roses, zeichneten sich seine folgenden Soloarbeiten insgesamt aber doch durch einen enormen, überraschenden Stil-Pluralismus aus, dessen über allem stehenden (Indie-) Pop-Gestus so unterschiedliche Ausformulierungen wie Big Beat, Dance und gar schon mal eine Art World Music beigemengt wurden, die er stets mit einer herrlich souveränen Cool as cool can-Attitüde, dieser unverwechselbaren, heiser-verhuschten Stimme und natürlich einem gewissen, zumindest aus der Ferne herüberwehenden Stone Roses-Flavour zusammenhielt.

Auch auf The World Is Yours, an dessen Entstehung im Übrigen eine äußerst illustre Schar an Legenden und Gästen wie beispielsweise Steve Jones und Paul Cook (Sex Pistols), Andy Rourke (The Smiths) oder Sinead O’Connor in einigen Songs beteiligt war, nimmt uns Mr. BROWN wieder mit auf neue, wenig ausgetretene Pfade und gibt sich in Songs wie ‚Eternal Flame‘, ‚Some Folks Are Hollow‘ oder dem fantastischen ‚Goodbye To The Broken‘ beinahe schon den Anstrich eines von orchestraler Wärme umstrahlten altersmilden Soul-Crooners.
Doch BROWN kann natürlich auch anders, gibt sich hier und da im Reigen struppig-minimalistischer Beats betont zornig und ironisch oder im zusammen mit Sinead O’Connor über bedrohlich anmutenden Sounds anklagenden ‚Illegal Attacks‘ überraschenderweise explizit politisch bzw. regierungskritisch („So what the fuck is this UK // Gunnin‘ with this US of A // In Iraq and Iran and in Afghanistan…..// Soldiers Come Home“).

Mit The World Is Yours ist dem Ex-Stone-Roses-Frontmann erneut ein ganz großer Wurf gelungen, der die 2006 vom NME initiierte, wenn auch sicher nicht so bierernst gemeinte Verleihung des „Godlike Genius“-Award für seine Verdienste um die britische Rockmusik auch nachträglich nochmals eindringlich bestätigt.

IAN BROWN
The World Is Yours
(Polydor/ Universal)
VÖ: 28.09.2007

www.ianbrown.co.uk
www.myspace.com/ianbrown

Autor: [EMAIL=thomas.stern@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail