IMMERGUT FESTIVAL am 30. + 31. Mai 2008 in Neustrelitz

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Bei Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen erlebten knapp fünftausend Besucher in Neustrelitz das neunte Immergut Festival.



Den Auftakt machte am Freitagnachmittag der Isländer ÓLAFUR ARNALDS.



Von einem Streichorchester begleitet, verzauberte er mit seiner gediegenen, klassisch angehauchten Musik das vorwiegend sitzende Publikum. Einziges Manko war die geringe Lautstärke, die es teilweise nicht schaffte des Nachbars Gespräch zu übertönen.



Eher dem Rock haben sich die beiden Schweden John und Ossi, oder eben JOHNOSSI verschrieben.



Beeindruckend, wie sie nur mit Gitarre und Schlagzeug einen derart satten Sound kreierten. Erwartungsgemäß brachten ‚Man Must Dance‘ und ‚Execution Song‘ von JOHNOSSIs gleichnamigem Debütalbum das Publikum am meisten zum kochen.



Mit Songs wie Nebelschwaden zogen die Briten von ILIKETRAINS die Besucher in ihren Bann. Post-Rock mit düsteren Elementen, insbesondere der im positiven Sinne furchterregende Gesang von David Martin sorgte für einen ganz besonderen Festivalmoment auf der Zeltbühne. Ein fast ebenso großer Auftritt gelang ihnen übrigens Tags darauf, als sie das Immergutzocken-Fußballturnier gewannen.



Einer der Headliner des Festivals waren THE NOTWIST. Neben Songs ihres neuen Albums The Devil, You + Me und dessen Vorgänger Neon Golden spielten die Weilheimer überraschend viel älteres Material.



So gab es neben zitternden Elektrospielereien und vertonter Schwermut zeitweilig auch kräftig Gitarren auf die Ohren.



Wie einige andere Bands des Samstags auch, behielten LO-FI-FNK ihre Sportsachen vom Immergutzocken gleich an, was eine gute Wahl war, denn so wie die Schweden auf der Bühne umhertanzten – es wirkte wie Adam Green mit Köperbeherrschung – wäre jede andere Kleidung hinderlich gewesen. Auch das Publikum tanzte sich zu den verspielten Elektronikklängen die T-Shirts nass.



Um einiges gediegener ging es im Anschluss auf der Zeltbühne zur Sache. Konstantin Gropper mit seinem Projekt GET WELL SOON verzauberte mit Streichern, Trompeten und allem, was zur großen Liveinszenierung dazu gehört.



Sehr beeindruckend auch der Auftritt von SLUT am Samstagabend. Wenn man sie über die letzten zehn Jahre so beobachtet, ist die Entwicklung, vor allem live, schon bemerkenswert. Während sie noch zu Zeiten von Lookbook zwar die sympathischen Ingolstädter mit tollen Songs waren, auf der Bühne aber häufig etwas verloren wirkten, liefern sie mittlerweile die große Rockshow mit Videoprojektion und Glitzerkonfettikanone, ohne dabei aber den unangenehmen Stadioncharakter zu erzeugen.



Neben Songs des aktuellen Albums Still No. 1 gaben sie unter anderem auch ‚Die Moritat von Macki Messer‘ von ihrer Interpretation der Dreigroschenoper sowie, in der Zugabe, ‚Cloudy Day‘ vom 1996er Debüt For Exercise And Amusement zum Besten.



www.immergutrocken.de

Autor und Fotos: [EMAIL=alexander.eckstein@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Eckstein [/EMAIL]

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